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stephan brumme

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27.Dezember 1978

meist anzutreffen
Rudolf-Breitscheid-Str. 226
14482 Potsdam
Germany

aber 2004
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12 Boundary Street
Chippendale
New South Wales 2008
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und im Internet
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Aktueller Sonnenstand



In Sydney ist es 08:48,
in Luckenwalde 00:48


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Tagebucheinträge in der Woche
vom 08.Februar 2004 bis 14.Februar 2004

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It's Alright

Samstag, 14.Februar 2004 @ 22:58 Uhr
archiv

Mit 20 Minuten Verspätung aus Berlin abgeflogen und mit den gleichen 20 Minuten Verspätung nach 5 Tagen auch in Sydney gelandet - aber egal, ich bin endlich da !

Nach endlos langen Gängen ergreife ich meine Taschen und erfahre sofort eine Sonderbehandlung: in einem Pflicht-Fragebogen antwortete ich wahrheitsgemäß auf eine mögliche kriminelle Vergangenheit mit Nein, auch wurde ich nie eines Landes verwiesen. Jedoch führe ich Waren im Wert von mehr als 400 A$ nach Australien ein. Das macht die Zollbeamten neugierig. Als ich ihnen erkläre, dass mein Laptop allein eben mehr als 400 A$ wert ist, ich ein 575-Postgraduate-Visum besitze und Information Technology studieren will, lassen sie mich in Ruhe. Nach dem üblichen Röntgen wartete in der Empfangshalle auch schon Rafael auf mich. Er ist mein Tandem-Partner und will mich mit seinen Eltern und seinem Bruder in deren Auto zu meinem Backpackers-Hotel bringen. Ein wirklich netter Empfang !

Hier ist es trotz der späten Stunde noch wärmer als in Singapur. Was noch schlimmer ist: die hohe Luftfeuchtigkeit bringt mich echt um. Aber das Auto hatte Klimaanlage . Die ganzen Einbahnstraßen sind leicht irritierend und der akute Parkplatzmangel nicht gerade hilfsreich. Irgendwann stehe ich dann jedoch an der Rezeption vom Original Backpackers in Kings Cross. Dort teilt man mir mit, ich hätte nichts gebucht und zeigt mir auch bereitwillig den Belegungsplan. Wie bitte ? Flugs steht mein Laptop auf dem Tisch und ich zeige die Email-Korrespondenz von Anfang Januar vor. Mit solch stichhaltigen Beweisen hatten sie nicht gerechnet. Helfen tut's aber nichts, denn mein Zimmer ist trotzdem schon belegt. Das kann man umgangssprachlich auch als Arschkarte bezeichnen. Selbst wenn der Lonely Planet eine Empfehlung ausspricht, ich würde jedem von diesem Backpackers abraten.

Immerhin bringt mich der Mann von der Rezeption zu Fuß zu einem anderen Hotel, dem Bernly Private Hotel. Der Weg war zwar nicht lang, ich schätze mal so 500 Meter, aber unter der Last von ca. 30kg, die sich auf meine Taschen verteilen, brach ich fast zusammen und fühlte mich wie ein Verdurstender in der Wüste. Für 50 A$ (30€) die Nacht erhielt ich ein relativ einfaches Einzelzimmer - genauso viel hätte ich im Original Backpackers auch bezahlt. Glücklicherweise konnte ich einen eigenen Kühlschrank nutzen und spielte mit dem Gedanken, da meinen Kopf mal für ne halbe Stunde reinzustecken.

Der Hunger trieb mich die Darlinghurst Street entlang und in einem Seven11-Geschäft erstand ich zu Samstagabend-Spezialpreisen genug Verpflegung fürs ganze Wochenende. Und weil ich handy-technisch zu günstigen Preisen erreichbar sein wollte, nahm ich in demselben Supermarkt noch eine Vodafone-Prepaid-Karte mit. Meine neue Nummer lautet +61 4151 86045, sie ist auch in der linken Spalte auf dieser Webseite zu finden. Ruft mich an wenn ihr Lust habt oder schickt mir SMS bis zum Umfallen ! Ich antwortet auf alles, schließlich habe ich knapp 100 Frei-SMS jeden Monat ...





Hanging By A Moment

Samstag, 14.Februar 2004 @ 18:17 Uhr
archiv

Das letzte Teilstück meiner Reise nach Sydney verbrachte ich im Flieger QF188 der Qantas Airlines. Mein Wunsch nach einem Fensterplatz wurde zwar erfüllt, aber das Flehen nach einem Sitz nicht in den vierziger Reihen verhallte ungehört. Also doch wieder direkt über'm Flügel sitzen und somit die Hälfte verpassen. Und dazu durfte ich auf meinem Nachbarplatz die Bekanntschaft einer total verschnupften Asiatin machen. Sie sprach kein Wort Englisch, was auch besser war, denn so machte sie wenigstens den Mund nicht auf und die Bakterien und Viren hatten weniger Chancen mich zu verseuchen.

Ich war mir so sicher, dass dieses Flugzeug nicht abstürzt, dass ich den Laptop einschaltete und meine hochfrequenten Störsignale auf die Bordelektronik losliess. Die Bilder meiner Digicam konnte ich so schon sortieren und nachbearbeiten. Bei der nächsten Gelegenheit stelle ich sie auf dieser Seite online. Nachtrag: Weil ich diese Einträge mit über einer Woche Verspätung poste sind die Bilder bereits mit Erscheinen dieses Textes online.

Heute ist übrigens auch Valentinstag, wobei wohl niemand so richtig weiß, was der Anlaß dafür war. Zwar ist es ziemlich blöd wenn man den ganzen Abend so allein im Flieger sitzt und zuviel Zeit für alles hat - dafür wurde ich jedoch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Den werde ich nicht so schnell vergessen. Ganz bestimmt nicht. Danke.





Because The Night

Samstag, 14.Februar 2004 @ 07:57 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: hong kong

Gestern ging mir alles zu glatt, das war kein echter Freitag, der 13.. Und genau das sollte sich vorm Einschlafen rächen. Ich wollte gerade von fliegenden Elefanten träumen, da stellen die Bewohner im Nachbarzimmer ihren Fernseher auf Maximallautstärke. Ich biss vor Wut in mein Kopfkissen und packte meine Taschen - eigentlich war das für den nächsten Morgen geplant. Das Handy flugs umprogrammiert, der Wecker durfte nun einige Minuten später losgehen und dann konnte ich doch noch einschlummern.

Aber Sonnabend, der 14., bedeutet immer eine Menge Glück: ich hatte ja den Wecker umprogrammiert und dabei aus Versehen ausgeschaltet. Bei einer Weckzeit von 4.30 Uhr ist das fatal. Wie durch ein Wunder wurde ich von selbst um 4.38 Uhr wach. Im Turbogang klappte Duschen, Anziehen und Auschecken rechtzeitig und mein Shuttle fuhr um 5.05 Uhr mit mir gen Flughafen. Das war sauknapp !


1 Kommentar

Das wilde Tier kenne ich doch
schrieb [Der rosarote haufschi] am 02.04.2004 um 1:19 Uhr
Wie schön. Er lebt noch. Der kleine "Elque". Ob letzter Platz beim Basketball oder 3.letzter beim Drachenboot Elch hat immer sein Bestes gegeben. Selbst beim Beischlaf mit Henne. Also schlaf mit dem Schwabe und du darfst nach Australien. Super!




Chicken Run

Freitag, 13.Februar 2004 @ 20:50 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: hong kong

Nachdem ich vorm YMCA abgesetzt wurde, kam mir der Swimming Pool des Hotels in den Sinn - ja, darauf habe ich bei der Buchung aus Deutschland explizit geachtet ! Leider war die Idee gut, aber die Welt noch nicht bereit dafür: eine Schulklasse belegte alle Bahnen und so musste ich unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Geruchsmäßig war das nicht weiter schlimm, denn die abgasverseuchte Luft in Hong Kong kann echt Kopfschmerzen bereiten und überdeckt alles andere. Die Frau auf dem Foto war deshalb beileibe nicht die einzige Person mit Atemmaske. Und würde ich länger in der Stadt leben, dann wäre eine solche Maske auch ganz weit oben auf meinem Einkaufszettel.

Ich zog entlang der Nathan Road gen Süden und erkundete dabei den Kowloon Park. Wahrlich eine kleine Oase inmitten dieser hektischen Metropole - mit Flamingos, Wasserfällen und dem einzig wahren Street Fighting Man. Nach einer Ruhepause durchkreuzte ich die vielen kleinen Gassen am Südende Kowloons. Bei HMV, einer großen Einzelhandelskette vergleichbar mit Mediamarkt, fand ich DVDs zu absolut unglaublichen Preisen. Seitdem nenne ich die asiatischen Fassungen von Good Will Hunting, No Man's Land und Man On The Moon mein Eigen. Das alles für jeweils 20 HK$ (ca. 2€) das Stück und natürlich mit englischer Tonspur (und vielen chinesischen Schriftzeichen auf der Verpackung).

Bei McDonald's wollte ich mal voll über die Stränge schlagen und verspeiste ein McCrisp-Menü - das Teil enthält Hähnchenfleisch en masse ! Nur damit sich alle daheim gebliebenen keine Sorgen machen müssen: McDonald's verspricht in den Prospekten, dass alles Fleisch aus den USA stammt. Sollte mein Weblog in zwei, drei Wochen noch aktualisiert werden, dann hat mich die Vogelgrippe nicht erwischt





Round Are Ways

Freitag, 13.Februar 2004 @ 02:01 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: hong kong

Heute ist Freitag, der 13. Oder Black Friday, wie die Briten sagen. Das wollte ich nur loswerden.

Und mir fällt wieder ein, woher ich das Wort Kowloon kenne: aus meiner Potsdamer Unimensa. Die Welt ist doch ein globales Dorf.

Ganz früh um 8 Uhr begann mein vierstündiger Hong Kong Island Roundtrip, der mich 295 HK$ (ca. 30€) kostete. Nach einer kurzen Fahrt durch einen Tunnel, der Hong Kong mit Kowloon verbindet, bekam ich all die Prunk-Hochhäuser, wie etwa das teuerste Hochhaus der Welt (von HSBC), aus nächster Nähe zu Gesicht. Und mitten drin gab den wohl am furchtbarsten stinkenden Tempel unseres Planeten. Keine Ahnung wie dieses kleine Gotteshaus hieß, aber da drin brannte der komplette Regenwald als Räucherstäbchen ab und sorgte für aufgerissene Augen und flachen Atem. Gläubigen Menschen bringt das Glück, mir lediglich einen Zustand des Unwohlseins.

Aber die Aussicht vom Peak-Berg war schön, trotz leichten Nebels. Mir wurde immer wieder erklärt, welch besonderes Glück ich doch hätte, eine ganze Woche voll Sonnenschein zu erwischen. Sowas sei in Hong Kong absolut selten; hier regnet es nämlich gerne und vor allem oft.

Die anschließende Weiterfahrt durch den Süden der Insel Hong Kong zeigte fast direkt neben dem teuersten Appartment-Hochhaus der Welt die ärmsten Einwohner Hong Kongs. Sie leben auf Schiffen im Hafen und handeln mit Eier - daher nennt man sie auch die egg people. Und wir Touristen durften für 50 HK$ (5€) mal gaffen. Das hatte etwas eklig dekadentes an sich. Nach einem absolut unnötigen Besuch bei einer Juwelier-Werkstatt nebst Werksverkauf (und das einen Tag vorm Valentinstag ) ging's auf den verruchten Stanley Market. Da mir von der vielen Lauferei in den Vortagen die Füße weh taten, musste ich mir einfach ein neues Paar Nike-Schuhe mit vernünftiger Sohle zulegen. Aber viel mit Handeln war nicht, die wissen dort viel zu gut, dass die Touristen prall gefüllte Geldbörsen haben. Und Studentenrabatt gab's erst recht nicht.





Call Him 'The Dude'

Donnerstag, 12.Februar 2004 @ 23:12 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: hong kong

Kaum in Hong Kong gelandet, durfte ich an einem kleinen Suchspiel teilnehmen und lade euch auch dazu ein. Wer findet Nemo auf dem nebenstehenden Bild ? Als Hauptpreis lose ich ein kostenloses Abendessen im Zeitraum von Februar bis Dezember in Sydney aus. Anreise muss jeder selbst bezahlen.

Erhöhte Temperatur als Indiz für die Vogelgrippe sorgte dafür, dass alle Passagiere eine Infrarot-Temperatur-Untersuchung über sich ergehen lassen mussten. Damit die Sache auch wasserdicht ist, bat ich die Zollbeamten, sich auch mal Ølk näher anzuschauen. Zwar brauchten sie 'ne Weile bis sie die Ironie verstanden, scannten ihn dann aber tatsächlich ab und wollten ihn laut lachend konfiszieren .

Die 25km-Fahrt zum International YMCA mit dem Airport Express war eine Sache weniger Minuten und dazu relativ billig. Für 90 HK$ (ca. 9€) gab's noch einen Zubringer zum Hotel in der Waterloo Road inklusive.

Eben diese Straße erkundete ich zu Fuß in nördlicher Richtung. Sie verläuft geradewegs durch Mong Kok, dem dichtbesiedelsten Flecken dieser Erde. Mehr als 100000 Menschen drängeln sich dort durchschnittlich auf einen Quadratkilometer. Ziemlich erstaunlich, dass der Straßenverkehr trotzdem reibungslos funktionierte. Am Ende der Argyle Street wartete der berühmt-berüchtigte alte Hong Konger Flughafen auf mich. Zu sehen war rein gar nichts - schade ! Zwar schlug ich danach die richtige Straße zum Victoria Harbour ein, musste aber eine knapp halbe Stunde später feststellen, dass ich mich total verlaufen hatte. Ein freundlicher Portier brachte mir die ersehnte Erleuchtung. Zwar konnte er keine Karte lesen (konnte er überhaupt lesen ?), aber als ich ihm ein paar Straßennamen und mein Ziel, den Victoria Harbour, nannte, da hörte er gar nicht mehr auf zu erzählen.

Und so stand ich pünktlich um 20 Uhr gegenüber der Skyline Hong Kongs. Es gab ein wunderschönes Feuerwerk, das bestimmt 20 Minuten andauerte. Einmalig.

Zurück ging's entlang der Nathan Road, der bekanntesten Einkaufsstraße Kowloons (Hong Kong ist ein Insel, auf der gegenüberliegenden Halbinsel Kowloon wohnen die meisten Menschen, genau wie ich). Viele kleinere Geschäfte waren sehr dubios und die Video-CDs, Parfüms sowie Designerklamotten waren eindeutig zu billig. Ich will keine Andeutungen machen, aber Naturschutz und Kopierrechte sind so nahe des chinesischen Mutterlandes nicht von großer Bedeutung.


1 Kommentar

hab nemo gefunden
schrieb [remo] am 23.02.2004 um 10:28 Uhr
hey stefan, ich hoffe das essen ist noch nicht weg. also ich glaube nemo ist der in der 3. reihe von oben, der 6. von links. hab ich recht?hab ich das essen gewonnen?




It's So Easy

Donnerstag, 12.Februar 2004 @ 14:31 Uhr
archiv

Der Flug mit Cathay Pacific erfolgte ausnahmsweise mal wieder in einem von meinen Steuergeldern bezahlten Flieger: einem Airbus 330. Der Weg dahin war mehr als unkompliziert und ich wurde nicht einmal ansatzweise kontrolliert. Naja, Reisepass vorzeigen und Rucksack scannen zähle ich mal nicht mit. Auf dem Monitor der Zollbeamten konnte ich noch den Inhalt meines Rucksacks sehen. Mir ist vollkommen unklar, wie diese Leute anhand eines komplett schwarzen Bildes darauf schließen konnten, dass ich "sauber" bin: mein Samsung-X10-Laptopgehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und deshalb war außer einem Viereck halt nichts weiter zu erkennen. Hätte ich ein Messer zwischen Tastatur und Laptopdeckel geklemmt, dann wäre das wohl unbemerkt mit an Bord gekommen. Aber ich bin ja seit meiner Bundeswehrzeit überzeugter Pazifist.

An Bord hatte ich einen Fensterplatz, ich saß auf der rechten Seite des Fliegers. Das war ein großer Fehler, denn außer Wasser, Wasser und Wasser konnte ich die nächsten vier Stunden nicht viel sehen. Dann blieb eben mehr Zeit für das Unterhaltungsprogramm - und Lost in Translation war wirklich absolut Spitze ! Genau so fühlte ich mich auch manchmal, wenn mich die Stewardessen mit ihrem asiatischen Englisch konfrontierten. Da verstand ich nur Bahnhof.

Die Flugroute wies eine sehr interessante Streckenführung auf: Wir streiften Vietnam und plötzlich wurde als Hauptgericht Hähnchen angeboten. Das nenne ich Sarkasmus in Zeiten der Vogelgrippe.

Immerhin bekam ich ein anderes Essen, falls man den zerfallenen Fisch überhaupt so bezeichnen darf. Als ich ein San Migual Bier aus Hong Kong erspähte, machte der Film doppelt so viel Spaß. Und jegliche Gewichtsprobleme negierte ich mit einem abschließenden Erdbeereis. Ging ja noch alles gut aus





He's Leaving Home

Donnerstag, 12.Februar 2004 @ 10:30 Uhr
archiv

Nachdem gestern auf der Rückfahrt der Busfahrer spontan an meinem Hotel vorbeifuhr und dann auf meine Nachfrage nur dummes Zeugs von sich gab, durfte ich unfreiheimlich einen Nachtspaziergang einlegen. Allerdings fühlte ich mich in Singapur selbst zu dieser fortgeschrittenen Stunde relativ sicher - deutlich sicherer als in einer deutschen Großstadt ! Wenn man sich die großen Autos und die schicken Wohnungen anschaut, dann kennt man den Grund für die niedrige Kriminalität in Singapur: hier hat es schlicht niemand nötig, einem anderen etwas zu stehlen. Und die Ausländer haben viel zu viel Angst, dass sie des Landes verwiesen werden. So gut wie hier geht es ihnen daheim bestimmt nicht.

Naja, irgendwann musste es ja soweit sein und nach einem letzten Bad im Swimming Pool fuhr mein Taxi gegen 8.20 Uhr für 16 S$ (8€) im stärksten Berufsverkehr zum Flughafen. Und der Fahrer sprach mich auf eine der deutschen Errungenschaften an - unsere Autos. Er schwärmte von Mercedes-Benz, Bi-Em-Dabbelju und Audi. Kein Wunder, dass von diesen drei Marken so viele Fahrzeuge auf Singapurs Straßen unterwegs sind. Die Leute hier haben eben nicht nur viel Geld, sondern auch einen erlesenen Geschmack.

Das Wort Geschmack bringt mich auf ein anderes Thema: angeblich soll ja der Verkauf und die Einfuhr von Kaugummis in Singapur strengstens untersagt sein. Ich sah aber einige Läden, die z.B. Mentos anboten. Und der Taxifahrer hatte von so einem Verbot noch nie etwas gehört. Alles nur eine Legende ?!





The Beast Within

Mittwoch, 11.Februar 2004 @ 23:52 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: singapur

Alle empfahlen mir wärmstens die Night Safari - und deshalb buchte ich sie auch gleich für 42 S$ (22€). In diesem relativ hohen Preis war die lange Hin- und Rückfahrt per klimatisiertem Reisebus und der Eintritt (16 S$) enthalten. Die empfehlenswerte Rundfahrt im Zoo kostete mich auch nichts extra, normalerweise ist sie für knapp 5 S$ zu haben.

Viele der besonders interessanten Tiere auf dieser Erde sind nachtaktiv und scheuen das Tageslicht. Daher gibt es auf der Night Safari fast kein Licht und der Spaß fängt auch erst nach Anbruch der Dunkelheit an, so etwa gegen 20 Uhr. Auf eine mir unerklärliche Art und Weise kommt die der Zoo nahezu ohne Zäune aus, so dass während der Rundfahrt der nach allen Seiten offene Elektrobus ab und zu anhalten muss, da ein Hirsch oder ähnliches den Weg versperrt. Die Tiere sind wirklich nur wenige Meter von einem entfernt, man könnte sie streicheln - einfach unglaublich !

Ich versuchte mehrere Fotos zu schießen und scheiterte gnadenlos an meiner Technik - da Blitzlicht strengstens verboten ist (sonst würden die Tiere womöglich erblinden oder zumindestens sich ziemlich erschrecken), hatte meine Sony P72 extrem lange Belichtungszeiten. Der Rekord lag bei 2 Sekunden , solange kann ich einfach die Kamera nicht absolut ruhig halten. Deshalb sind alle Bilder stark verwackelt. Da ich auch auf das Rotlicht zur Abstandsmessung verzichtete, stimmt nicht einmal die Bildschärfe, was mich enorm ärgert. Naja, ich hab's ja auch mit eigenen Augen gesehen und das werde ich bestimmt nie vergessen. Gerade noch zu erkennen ist einer der beiden Leoparden auf dem kleinen Bild - der andere liegt ganz oben rechts, man kann ihn nur mit Mühe identifizieren. Das fällt leichter, wenn man die Großansicht wählt, dazu einfach auf's Bild klicken.

Der Reiseführer erklärte mir auch ein wesentliches Wort der englischen Sprache: da die Chinesen Nashörner jagen, um deren Horn (auch auf englisch: horn) zu zermahlen und ein Potenzmittel draus zu brauen, leiteten die Briten daraus horny ab. Für welche Wortschöpfung bahnt Viagra den Weg ?





For Sale

Mittwoch, 11.Februar 2004 @ 19:28 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: singapur

Wenn Singapur schon als Einkaufsmetropole bekannt ist, dann muss auch ich meine letzten Dollars dort lassen. So beschloss ich, mir doch noch das Best-Of von Suede zuzulegen. Natürlich griff ich zur asiatischen Fassung mit Bonus-DVD. Der ganze Spaß hat mich gerade 22 S$ (11€) gekostet, das ist doch okay. Jedoch muss das Album mit der Schande leben, im Regal nur wenige Zentimeter neben Sarah Connor gestanden zu haben.

Und die Elektronik-Händler wurden immer aufdringlicher: einer wollte mir ein "Upgrade" verkaufen. Damit meinte er eine 5-Megapixel Konica-Kamera für schlappe 200 S$ (100€), wenn ich ihm dafür meine Sony überlasse. Ich bin felsenfest der Meinung, dass die Konica entweder geklaut oder eine Fälschung war. Zur Ehrenrettung aller Singapurer sollte ich erwähnen, dass alle penetranten Händler irgendwie ziemlich arabisch und indisch aussahen. Ich will keine Vorurteile in die Welt setzen, aber ...





Fool On The Hill

Mittwoch, 11.Februar 2004 @ 18:10 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: singapur

Frisch gestärkt bewegte ich mich vom Hafen weg leicht nördlich zum Fort Canning. Diese grüne Lunge inmitten der Stadt sorgte erstens für etwas Abwechslung nach so viel Stahlbeton und zweitens suchte ich ein wenig Schatten. Leider fiel mir zu spät auf, dass sich das Fort auf einem Berg befindet, dessen Besteigung ich nur unter größten Entbehrungen bewältigte. Ich hätte definitiv in Deutschland eine Vor-Akklimatisierung vornehmen sollen.

Für die Besichtigung der Ausstellung im Inneren des Forts fehlte mir die Zeit und das Standvermögen. Deshalb schlich mich zum Christian Gift Shop um ein paar Postkarten nebst Porto zu erstehen. Leider waren die Verkäufer derart religiös, dass sie mir nicht einmal das Porto für eine Luftpostkarte nennen konnten. Oder war ich etwa der erste Ausländer in diesem Geschäft ? Jedenfalls verwiesen sie mich an die Singapurer Post und gaben mir den heißen Tip mich zu beeilen, da diese Post in 5 Minuten bereits schließe. Mein "Amen !" blieb mir glatt im Halse stecken - doch ich schaffte es rechtzeitig zur Post und kaufte passende Briefmarken.





So Bizarre

Mittwoch, 11.Februar 2004 @ 14:37 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: singapur

Nur wenige Schritte von der Anlegestelle befindet sich der Merlion. Als Wahrzeichen Singapurs zieht es natürlich viele Touristen an, weshalb sich gleich eine ganze Batterie an Gaststätten in der Nähe befindet. Ich entschied mich für ein japanisches Fischrestaurant. Vermutlich war ich der einzige Europäer in diesem Lokal. Als solcher ging ich schnurstracks zur Theke, hinter der ganz frisch die Speisen zubereitet wurden. So konnte ich auch genau beobachten wie mein Gericht, es handelte sich um überbackene Austern, entstand. Da die Köche es anscheinend nicht so gewohnt waren, dass jemand an der Theke sitzt und dann auch noch interessiert zuschaut, kamen wir ins Gespräch. Ich ließ mir in aller Ruhe erklären, was für seltsame Meeresbewohner verarbeitet werden, welche fremden Gewürze da ran gehören und vor allem, wie das ganze am Schluß heißt. Jedoch sind all diese Informationen längst wieder meinem Gedächtnis entschwunden.

Als die beiden Köche dann herausfanden, dass ich Deutscher bin, mussten sie ihr gesamtes Wissen über die Fußball-Bundesliga zum Besten geben. Damit haben sie mich echt erstaunt, denn so gut kannte ich mich auf diesem Gebiet nicht aus. Und Oliver Kahn scheint in Asien immer noch ein Held zu sein. Ganz im Gegensatz zu seinem leicht lädierten Image in Deutschland.

Das Essen selber war zwar etwas teuer (24 S$, 12€, ohne Getränke) aber so ein abwechslungsreiches Essen ist mir noch nicht oft untergekommen. Vor allem war es aber extrem umfangreich. Selbst mein ausgewachsener Hunger war nicht in Lage, dieses gigantische Menü zu verschlingen. Zuerst schmunzelten die Köche über meinen Umgang mit Stäbchen, danach mussten sie fast lachen, als ich entsetzt feststellte, dass mir die nicht aufgegessenen Reste auch noch ohne meinen expliziten Wunsch eingepackt und mitgegeben wurden. Wann sollte ich das alles essen ? Das wird mir in Hitze doch schlecht und bis zum Abend wollte ich nicht mit Plastikbehältern durch die Gegend laufen. Also entsorgte ich das Essen klammheimlich, nachdem ich das Restaurant verlassen hatte. Das tat mir irgendwie richtig leid, aber was sollte ich machen ?





Sailing On The Seven Seas

Mittwoch, 11.Februar 2004 @ 13:44 Uhr
archiv
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Eigentlich war für heute eine Busrundfahrt geplant. Da ich aber gestern erst relativ spät in Singapur ankam, konnte der Nachtportier unglücklicherweise keinen Platz mehr in einem Bus für mich besorgen. Entweder war er ein perfekter Schauspieler oder es tat ihm tatsächlich herzerweichend leid - ich unterstelle ihm letzteres.

Das Continental Frühstück hatte so seine Mühe, mich aus dem Reich der Schlafenden und Gähnenden zu befreien, da nur 5 Stunden Schlaf ziemlich anstrengend sind.

Am Clifford Pier, ungefähr dort endete gestern mein Fußmarsch, buchte ich eine dreistündige Schiffsrundfahrt für 23 S$ (ca. 12€). Natürlich war ich viel zu früh da und durfte über 30 Minuten totschlagen. Dabei half mir ein Cornetto Strawberry mit naturidentischen Aromastoffen. Ich bezweifle ernsthaft, dass auch nur eine einzige echte Erdbeere in dem Teil war. Immerhin war der Geschmack okay und Hauptsache das Eis war kalt. Übrigens heißt "Langnese" hier "Wall's".

Auf dem Touristen durch die Gegend schippernden Kahn landete ich in der britischen Ecke. Als Konsequenz gab's eine echte tea time. Die dazugehörigen Kekse verfütterten die netten Ladies an einen noch viel netteren Studenten aus Deutschland, der anscheinend hungrig aussah. Und die Kekse waren erste Sahne, ich habe sie richtig genossen !

Auf dem Schiff fühlte ich mich unheimlich sicher, da alle 5 Minuten mehrere Kampfflugzeuge der Luftwaffe Singapurs über uns hinwegschossen.

So begleitet erreichten wir Kusu Island. Auf dieser winzigen Insel begann ein laues Lüftchen zu wehen, was bitter nötig war. Der Sonnenschutzfaktor 18 erschien mir mittlerweile deutlich zu niedrig und ich hätte auch mehr Deo nehmen sollen ... Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Aber das war nicht der Wunsch, den ich am Wishing Pond äußerte. Angeblich soll ja dort alles in Erfüllung gehen - mal sehen !





We Only Come Out At Night

Mittwoch, 11.Februar 2004 @ 02:27 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: singapur

Trotz der fortgeschrittenen Stunde machte ich mich auf zu einer ersten Stadtbesichtigung. Naja, eigentlich war es gar nicht so spät, denn 23 Uhr in Singapur bedeutet erst 16 Uhr in Deutschland. Da man eine Stadt am besten zu Fuß kennenlernt, marschierte ich Richtung Orchard Road - so heißt der Ku'damm von Singapur. Unheimlich viele Geschäfte reihen sich aneinander und die kleineren Supermärkte wie Seven11 haben gar rund um die Uhr geöffnet. Bei Kentucky Fried Chicken bin ich für eine Mahlzeit zu feige, da ich ein bißchen Angst vom dem kleinen fiesen Avian Flu Virus habe. Aber eine Standard-Pepsi muss sein, sonst verdurste ich noch

Die Elektronik-Läden können auch ganz schön nerven, da die Verkäufer jeden Passanten, der nur entfernt nach Tourist aussieht, mit Gewalt ihr gesamtes Inventar andrehen wollen. Zu meinem Entsetzen muss ich feststellen, dass meine Sony-P72-Kamera hier für 390 S$ (ca. 200€) zu haben ist, d.h. 25% günstiger als in Deutschland. Shit happens !

So auf halber Wegstrecke zum Raffel's Hotel - das ist Singapurs berühmtestes Hotel und deutlich teurer als mein YMCA - kehre ich bei einem Restaurant Kopitiam ein, wo ich mich aus dem breiten Angebot für eine scharfe chinesische Suppe mit überbackenem Fisch entscheide. Natürlich probiere ich die ganze Sache stilecht mit Stäbchen zu mir zu nehmen, merke aber zu spät, dass das bei einer Suppe unheimlich lächerlich ist. So sind wir Europäer eben.

Am Schluß bin ich dann fast 6 km durch die Stadt gelaufen, habe den Hafen fast erreicht und dadurch viel zu müde für den Heimmarsch. Zu meiner Freude sind Taxis hier erstaunlich billig, so dass ich für nur 7 S$ (ca. 4€) doch noch heim finde.





Thwim Or Think

Dienstag, 10.Februar 2004 @ 22:39 Uhr
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mehr ? na hier: www.ibm.com

STA Travel hat absolut saubere Arbeit geleistet, denn das Einchecken im Hotel ist ruck-zuck über die Bühne gebracht und mein Zimmer lässt mich vor Erstaunen aus den Socken kippen: das ist nämlich gigantisch groß, verfügt über ein Doppelbett, eine eigene Küche, Kühlschrank, Klimaanlage und vieles mehr. Das alles auf ca. 30 qm. Frühstück ist ebenfalls im Preis mit enthalten - wer nach Singapur reist, dem kann ich das Metropolitan YMCA absolut vorbehaltslos empfehlen.

Denn das schönste kommt ja noch: ein eigener Swimming Pool ist herrlich erfrischend, gerade wenn man so lange im Flieger saß. Also nichts wie fix die Badehose angezogen und rein ins kühle Nass ! Ich hatte das 25m Becken fast allein für mich so dass ich mich nicht groß blamieren kann. Das wiederum hätte ich problemlos im kostenlosen Fitnessraum tun können, überließ das aber einer äußerst bewegungsbedürftigen Asiatin. Bei ihrem Anblick musste ich mir echt Sorgen um das Laufband machen. Nicht wegen zu hoher Geschwindigkeit, sondern zu hoher Gravitationseinwirkung





Life is a Journey

Dienstag, 10.Februar 2004 @ 20:22 Uhr
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mehr ? na hier: www.sg

Da schalte ich kurz nach der Landung mein Handy an (merke: ich muss ab sofort mobile phone oder cellular phone sagen), da fängt das kleine Teil auch schon an zu piepen - eine SMS aus Deutschland ! Danke Christian, das war echt nett. Und da sich die Zeitzone auch noch automatisch umstellt, weiß ich wenigstens mit einem Blick auf's Handy sofort, wie spät es ist. Denn im ganzen Changi-Flughafen habe ich so meine Probleme eine Uhr zu finden. Überall stehen Internet-fähige Computer rum, nur an Uhren hat keiner gedacht. Das ist High-Tech in Reinkultur.

Die Einreise ist äußerst unkompliziert. Als eine nette Zollbeamtin, ich schätze sie auf Anfang 30, Ølk in meiner linken Hand entdeckt, kann sie sich vor Freude kaum noch unter Kontrolle halten und stempelt meinen Reisepass bedenkenlos ab. Mir war vorher nicht klar, wieviel Charme das kleine Stofftier in meinen starken Armen ausstrahlt.

Nach nicht einmal einer halben Stunde kann ich den Flughafen verlassen. Draußen warte ich auf einen Airport Shuttle (6-Personen Kleinbus), der mich für schlappe 7S$ (ca. 4 €) zum Metropolitan YMCA bringen soll, was einer Fahrstrecke von mehr als 20 km entspricht. Neben mir sitzt ein schwedisches Ehepaar, in dem ich durch Ølk ziemliche Heimatgefühle erwecke. Also jetzt steht's definitiv fest: Ich reise nie wieder allein, zumindestens Ølk muss immer mit.

Doch der Shuttle lässt auf sich warten und langsam stelle ich fest, dass eine Klimaanlage eine wunderbare Erfindung ist. Fast 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit sind fatal, wenn man knapp 30 kg Gepäck durch die Gegend schleppt. Selbst das bewegungslose Verharren auf einer Bank kann in Singapur zur schweißtreibenden Angelegenheit werden.

Als der des Englischen nicht wirklich mächtige Kleinbus-Fahrer endlich auftaucht, benötige ich meine ganze Überzeugungskraft, dass er nicht das falsche YMCA in Singapur ansteuert, weil es hier zwei von dieser Sorte gibt. Letzten Endes verstehen wir uns und plötzlich läuft in seinem Autoradio das perfekte Lied: I will survive in der Cover-Version von Cake. Ich werde das überleben. Alles. Gar keine Frage.





We Can Touch The Sky

Dienstag, 10.Februar 2004 @ 18:20 Uhr
archiv

Im Qantas-Flieger nach Singapur darf ich leider nicht am Fenster sitzen. Wenn man fast genau 12 Stunden unterwegs ist, dann schmerzt das schon sehr. Aber erstmal gab's ja einen der von geliebten Mitternachts-Snacks: kurz nach dem Abheben, fast genau als der neue Tag beginnt, tischen mir die netten Stewardessen ein rundum gutes Essen auf. Und ich bekomme das erste echte australische Bier meines Lebens, ein Toohey's New. Zwar hat mein Auge schon in Deutschland diverse Male Foster's oder XXXX (sprich: Four-X) gesichtet, doch ein zweifelnder Blick auf das Etikett verrät jeweils, dass beide Biersorten in Europa gebraut werden. Das Toohey's New ist 100% pure Australian und so erfrischend schmeckt es auch.

Bei Qantas ist an jedem Sitzplatz ein eigener Flachbildschirm installiert, über den man entweder einen von etwa 10 Filmen sehen kann (deutsch oder englisch) oder sich ein Computerspiel reinzieht. Ich war aber viel zu müde für den Spaß und beschloß langsam einzuschlummern. Das österreichische Ehepaar neben mir, sie waren beide so um die 60, nahm sich auch eine Mütze Schlaf. Sie hatten einen deutlich längeren Flug vor sich, sie wollten bis nach Neuseeland und dort vier Wochen Urlaub machen. Damit sitzen die beiden bestimmt 30 Stunden im Flieger. Mir wäre das zuviel des Guten.

Und es war auch der Frau zuviel des Guten: gegen 2 Uhr morgens kollabiert sie und wird ohnmächtig. Ihr Mann kann so gut wie kein englisch und ich rufe schnell die Stewardessen. Die wiederum sind kaum des deutschen mächtig und ich versuche zu übersetzen, was mir trotz des Tiefschlaf-Zustandes auch einigermaßen gut gelingt. Der Bordarzt (war das der Copilot ?) stellt nichts schwerwiegendes fest, lediglich ihr Puls ist absolut im Keller. Eine sofortige Versorgung mit Sauerstoff kann sie wieder einigermaßen herstellen. Zur Sicherheit verlegt die Crew das Ehepaar auf andere Sitzplätze, wo deutlich mehr Sauerstoff-Vorräte sind. Für mich bedeutet das, dass ich doch noch ans Fenster rutschen darf. Allerdings wär mir deutlich lieber, ich würde weiter am Gang sitzen und das alles wäre nicht passiert.

Schlußendlich kann ich einschlafen (nun mit viel Platz neben mir, ich kann erstmals die Beine ausstrecken) und wache dann irgendwo über Afghanistan auf. Diese Flugroute ist nicht sehr beruhigend ! Aber man kann wegen der vielen Wolken rein gar nichts sehen. Außer Wolken natürlich. Der Kreislauf der Frau - ich kenne bis heute ihren Namen nicht - ist wieder stabil und sie kann sogar die Crew anlächeln. Naja, gerade noch gut gegangen.

Der für das Unterhaltungsprogramm zuständige Computer stürzt ab und bringt alle Filme durcheinander. Statt Lost in Translation muss ich mir daher britische und australische Comedy-Shows anschauen. Master and Commander ist mir zu Hollywood-lastig, School of Rock halte ich nur wenige Minuten aus. Und dieses verdammte Backgammon-Computerspiel von Qantas schlägt mich in einer Tour, da spiele ich lieber gegen meinen iPAQ, da habe ich eine faire Chance zu gewinnen.

Von Indien und Malaysia bekomme ich nicht viel mit, die Wolken versperren immer noch die Sicht. Jedoch steht direkt nach dem Frühstück der erste Verdauungstest an, denn das Flugzeug wird kräftig durchgeschüttelt. Da ich fast direkt am Flügel sitze, kann ich sehr schön die Schwingungen derselben beobachten und hoffe innigst, dass Boeing nur hochwertiges Material verarbeitet.





Have A Break

Montag, 09.Februar 2004 @ 23:30 Uhr
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Na das ist ja ein passender Auftakt: Germania verspätet sich erstmal um über 20 Minuten. Und dann darf ich noch dreimal durch den Security-Check. Irgendwie wollte das Gerät nicht aufhören zu piepen, das muss wohl an meiner Stahlbrust liegen. Vielleicht ist aber auch Rudi Völler schuld, den ich vorhin im Zeitungsladen gesehen habe. Ich wollte ihn allerdings nicht ansprechen, der arme Kerl ist sicher froh, wenn ihn die Leute mal in Ruhe Zeitschriften kaufen lassen.

Zum Glück ist dann - nach einem sehr ruhigen Flug in einer kleinen Fokker 100 - der Aufenthalt in Frankfurt/Main sehr großzügig geplant (fast 5 Stunden). Und so ein erbärmlich langweilig-steriler Flughafen ist mir auch noch nicht untergekommen. Zu allem Überfluß ist es als Deutscher nahezu unmöglich in einem der Duty-Free-Shops etwas zu kaufen, da hier niemand deutsch spricht und das Englisch höchstens von Türken verstanden wird. So was nennt man gemeinhin Multi-Kulti.

Mit Ølk, meinem Ikea-Plüschelch, mache ich den McDoof unsicher und probierte die brandneuen Krabben. Eigentlich genießbar, damit kann mich McDoof häufiger ködern.





Time Of My Life

Montag, 09.Februar 2004 @ 16:50 Uhr
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Genau um 16:50 Uhr geht der Flieger los. Da die Fluglinie Germania noch kein Internet über den Wolken anbietet, habe ich diesen Weblog-Eintrag natürlich manipuliert. Ich werde die folgenden Einträge über die Zwischenstopps in Singapur und Hong Kong erst von Sydney aus publizieren und das Datum bzw. die Uhrzeit zurückdrehen (alle Angaben dann in Ortszeit). Also bitte nicht denken, ich wäre in diesen beiden Städten ständig online - da werde ich wohl besseres zu tun haben

Alle Geschehnisse halte ich aber vor Ort auf meinem kleinen iPAQ fest; er wird mächtig zu leiden haben. So nach und nach sollte dann die kommende Woche hier im Weblog auftauchen.


1 Kommentar

Abschiedsgrüße
schrieb [Bruder Christian] am 20.02.2004 um 20:26 Uhr
Tja, jetzt isser wirklich weg! Dann wünsch ich dir viel Spaß und nen Haufen spannender Geschichten da unten im Land der Känguruhs. ...und halt uns auch weiterhin mit dem neuestem Klatsch und Tratsch aus deinem Leben sowie vielen verwackelten Fotos auf dem Laufenden ;o)




The Final Countdown

Montag, 09.Februar 2004 @ 09:45 Uhr
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Am Sonnabend maß ich meinen Puls nur subjektiv, heute nahm ich einfach mal ein richtiges Meßgerät zur Hand. Und siehe da: 116/64 bei einem Puls von 69. Bin ich am Ende doch cooler als ich dachte ?

In wenigen Stunden fahren wir nach Berlin/Tegel und dann gibt es kein zurück mehr. Draußen wird das Wetter immer ungemütlicher - Schneefall und Wind sagen mir deutlichst, daß ich mich aus dem Staub machen sollte.





You Belong To Me

Sonntag, 08.Februar 2004 @ 22:34 Uhr
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Eine der grausamsten Tätigkeiten im Leben eines Exchange Student ist das Packen der Sachen vor der Abreise. Als alteingesessener Germane mit Flugroute über Asien darf ich 20 kg in beliebig viele Koffer packen und das Handgepäck nochmal mit 7 kg vollstopfen. Hier sind die Amerikaner leicht im Vorteil, sie haben die Möglichkeit bis zu 64 kg in maximal 2 Koffer zu verstauen. Plus Handgepäck natürlich.

Nachdem meine Liste fein säuberlich abgearbeitet war und ich schmerzlich auf so vieles verzichten musste, ging ich auf die Waage. Allerdings erschreckte mich nicht mein eigenes Körpergewicht sondern vielmehr, dass meine Reisetaschen nur 16 kg wogen. Habe ich da irgendwas grundsätzlich falsch gemacht ?

Also konnte doch noch ein bißchen mehr mit mit rein ins Gepäck. Neben Kleidung auch noch ein paar Andenken. Und so kamen am Schluß exakt 21 kg zustande. In meinen Rucksack wanderte der Laptop und alles, was ich unterwegs dringend brauche, wie etwa Papiere, Flugtickets, Geld und Kaugummis. Machte nochmal 7,5 kg.





Weight Watchers

Sonntag, 08.Februar 2004 @ 16:53 Uhr
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Einmal werde ich noch wach, hoppla, dann ist Abflugtag !

Die Sachen sind alle fein säuberlich gepackt und in der bangen Hoffnung nichts Wesentliches vergessen zu haben, kommt schließlich die Ernüchterung auf der Waage: nur 16 kg ! Da kommt man schon etwas in Grübeln, denn ich hatte mit einigem mehr gerechnet. Aber so habe ich wenigstens noch Möglichkeit 4 kg an lieb gewonnenen Dingen zusätzlich mitzunehmen.

Die Nacht über muss ich fleißig die Stromrechnung meiner Eltern in die Höhe treiben, damit die jeweils zwei Akkus von Handy, Digicam und Laptop auch randvoll sind und ich problemlos die Woche bis Sydney ohne Steckdose überstehe. Und im Notfall hilft mir Karstens Universal-Reisestecker weiter – Geburtstagsgeschenke haben immer was für sich.

Ich wird noch einmal richtig tief mein Kopf in ein deutsches Kopfkissen drücken, die Decke bis über beide Ohren ziehen und den Schlaf der Gerechten schlafen, den Traum der Verträumten träumen und morgen voller Elan die Kunde vom Abendland in der weiten Welt verbreiten.
Australien, ich komme !







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