behördlich gemeldet als
stephan brumme

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27.Dezember 1978

meist anzutreffen
Rudolf-Breitscheid-Str. 226
14482 Potsdam
Germany

aber 2004
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12 Boundary Street
Chippendale
New South Wales 2008
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Aktueller Sonnenstand



In Sydney ist es 23:12,
in Luckenwalde 15:12


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Tagebucheinträge in der Woche
vom 15.Februar 2004 bis 21.Februar 2004

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Sleepy Hollow

Samstag, 21.Februar 2004 @ 21:51 Uhr
archiv

Der kleine Stephan ist ab und zu nicht nur hungrig, sondern braucht auch mal was zum Anziehen. Weil aber die bösen Fluggesellschaften nicht zuließen, dass er all seine Sachen aus Deutschland mit nach Australien schleppt, ist der Kleiderschrank beschämend leer. Genau das sollte heute geändert werden.

Vorher gab's ein richtig gemütliches Ausschlafen, denn heute stand kein weiterer wichtiger Termin an und so kam ich erst gegen Mittag aus meinem Bett gekrochen. Der Blick schwankte dann Richtung Norden, dorthin wo die Sonne steht. Für alle Deutschen, die sich nicht im Klaren darüber sind (ich war's auch nicht): die Sonne geht in Australien im Osten auf, wandert dann nach Norden und versinkt schließlich im Westen. Eines der vielen kleinen Dinge, die hier andersrum sind. Jedenfalls findet man nach 5 Minuten Fußweg nördlich meines Wohnheims das Broadway Shopping Centre. Dort kann man so ziemlich alles kaufen. Von der Größe her würde ich es mit dem Stern-Center in Potsdam vergleichen. In Sydney kann ich aber den unschätzbaren Vorteil nutzen, dass die Geschäfte jeden (!) Tag offen sind. Also auch am Sonntag - wie praktisch.

Schon in Singapur und Hong Kong fand ich es toll, dass die Lebensmittelläden teilweise rund um die Uhr geöffnet sind. In Sydney ist das nicht anders. Diesen Service erkauft man sich mit leicht erhöhten Preisen, ich tippe mal so auf 10 bis 20% Aufschlag.

Als Wesentlichstes stand zunächst Bettwäsche an - die letzten Tage konnte ich problemlos ohne schlafen. Aber nun wollte ich doch zwei Kopfkissen, eine Decke und alles natürlich mit Bezug plus Laken. Leider gibt es hier nur Polyester-Kissen und -Decken und deutsche Daunen werden mir im Winter, d.h. Juli/August/September, doch fehlen. Viel schlimmer für mich sind die Ausmaße eines sogenanntes Single-Betts, in dem ich schlafe: das ganze Teil ist nur 1,93m lang und so muss ich meine Liegeposition vorm dem Einschlafen sauber durchplanen, sonst gibt es blaue Flecken en masse. Vermutlich komme ich nach Deutschland nicht mehr in meiner Standardgröße 1,88m zurück, sondern leicht verbeult. Verzeiht mir das.

Am Abend bediente ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Wäschetrockner. Eine interessante Erfahrung, da unser Gerät diverse Macken hat. Aber irgendwie funktionierte alles und ich erntete für meine anschließenden liebevollen Bügeleinlagen von allen WG-Mitbewohnern bewundernde Blicke. Stephan, der Hausmann.


1 Kommentar

Hallo Stephan
schrieb [Peter Tauchert] am 27.02.2004 um 13:44 Uhr
Viele Grüße von uns allen, wir wünschen dir alles Gute und weiter vie Spaß. Habe heute deine Reiseberichte studiert!!! Mach´s gut Peter




Big Brother Is Watching You

Freitag, 20.Februar 2004 @ 23:21 Uhr
archiv

An der Uni Potsdam wird seit Ewigkeiten darüber diskutiert, hier in Sydney hat man es einfach gemacht: die Einführung einer Chipkarte für alle Studenten. Mir ist es relativ egal, was darauf alles gespeichert wird, ich find es einfach nur praktisch.

Einzig die Travel Concession wurde nicht integriert, was in etwa dem Potsdamer Semesterticket entspricht. Außerdem bekomme ich nur 50% Rabatt, diese muss ich aber nicht mit einem Semesterpauschalbetrag erkaufen (daheim ja über 100€ alle sechs Monate ), sondern sie sind quasi ein Geschenk der Regierung. Die Ausländer, die nicht Austauschstudenten sind, haben keinen Anspruch auf diese Travel Concession. Obwohl sie schon mehrere tausend A$ für die Immatrikulation auf den Tisch legen, werden sie vom öffentlichen Nahverkehr erneut voll zur Kasse gebeten. Nicht ganz fair, oder ?

Am Abend trafen sich alle Wohnheimer zum BBQ auf dem Dach von Gumal Ngurang. Dieses nagelneue Wohnheim existiert seit einem Jahr - meins seit 1996 - und ist fast ein Hochsicherheitstrakt. Am Empfang sitzt immer Wachschutz, ohne Chipkarte kommt man erst gar nicht bis dahin und selbst die eigene Zimmertür muss per Chipkarte geöffnet werden. Die gemeinsam genutzten Aufenthaltsräume, wie z.B. das Wohnzimmer, sind riesig und die Einbauküchen spitze. Nur ist mir das alles zu perfekt, zu sauber, da traut man sich gar nicht eine Party zu machen.

Gumal ist ein Hochhaus (12 Stockwerke ?) und beim BBQ, ähm: beim kostenlosen BBQ, konnte man wieder schön das Stadtzentrum sehen und den Sonnenuntergang genießen. Ich ließ mir die Spielregeln von Aussie Rules Football nochmal in Ruhe von einem Australier erklären.

Naja, der BBQ war nicht ganz kostenlos, sondern BYO, was Bring Your Own bedeutet und sich auf den Alkohol bezieht. Essen und Softdrinks gab es ausreichend, aber Bier, Wein und sonstige vergärte Produkte musste jeder selber mitbringen. Diese Dinge kann man hier nicht im Supermarkt kaufen, sondern nur in lizensierten Bottle Shops, wo jeder seinen Personalausweis vorzeigen muss. Selbst wenn man deutlich über 50 ist.

Das Bier bekommt man nur schwer einzeln oder in Sixpacks sondern gleich in der 24er- oder 30er-Palette. Und der billigere Wein (so etwa 5€-Kategorie in Deutschland, also durchaus okay) wird oft in Tetrapaks verkauft.





Something stupid

Donnerstag, 19.Februar 2004 @ 22:04 Uhr
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Der ganze Tag verlief ziemlich technisch. Am Vormittag funktionierte nach einigen Anlaufschwierigkeiten endlich mein Internetzugang. Allerdings ist das, was hier stolz als Breitband-Flatrate verkauft wird, nur in etwa Doppel-ISDN und nach 1 GByte Transfervolumen regeln sie auf Modem-Geschwindigkeit runter. Für's normale Websurfen und Mails reicht das aus. In absoluten Notfällen kann ich ja zur Uni gehen. Dort läuft ein WLAN, das komisch konfiguriert ist. Ich kann sämtliche uniinternen Seiten problemlos mit Höchstgeschwindigkeit abrufen, komme aber scheinbar nicht durch den Proxy durch, so dass das weite Internet mir dort erstmal verschlossen bleibt.

Der Information Technology Helpdesk konnte mir auch nicht weiterhelfen, amüsierte sich aber prächtig über das deutsche Tastaturlayout meines Laptops. Ich dagegen verzweifle an den anglikanischen Tastaturen, da u.a. der Bindestrich oben rechts liegt, der Slash hingegen unten rechts, Y und Z sind sowieso vertauscht (schon mal das Wort Sydney näher betrachtet ?!). Von den Relationszeichen will ich gar nicht erst reden

Beim Unix-Crash-Course gab ich schließlich jegliche Versuche des 10-Fingerschreibens auf und schwor mir zutiefst, in Sydney nur noch mit Zeigefinger und starrem Blick auf die Tasten zu tippen. Wie ein blutiger Anfänger.

Der Unix-Kurs wurde als Quasi-Pflichtveranstaltung für alle IT-Studenten angekündigt und speziell Postgraduates sollten teilnehmen. Vor Ort stellte ich fest, dass mein Apache-Seminar am HPI und der Unix-Kurs an der Uni Potsdam deutlich mehr Wissen vermittelt hatten als mir vorher bewusst war und auch diese zwei Stunden fielen somit in die Kategorie in den Sand gesetzt. Als kleinen Ausgleich bekamen wir alle noch ein dickes Unix-Tutorial in die Hand gedrückt, das zu meiner Überraschung sehr informativ war und endlich mal den omniösen VI-Editor vernünftig erklärte. Also doch noch was gelernt.

Die letzten beiden freien Zimmer in unserer WG füllten sich mit Leben: Loida und Mark zogen ein. Sie kommen beide aus Australien. Mark und ich müssen als die beiden einzigen Männer in unserer WG die Simpsons alleine gucken. Ein grausames Schicksal.

Heute abend erstmalig kein Alk - das muss doch in Australien zu schaffen sein, oder ? Und in der Tat, mit Hilfe von Unmengen Mails in Outlook und des Fernsehers brachte ich es fertig ...





Down On My Knees

Donnerstag, 19.Februar 2004 @ 02:34 Uhr
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Aber der Tag war nach der Cocktailparty ja noch lange nicht zu Ende: Die Teilnahme am legendären Pub Crawl ist absolutes Muß für jeden Studenten. Dabei ziehen alle Akademiker anhand einer vorgegebenen Route durch die wichtigsten Pubs der Stadt und müssen mindestens ein Bier pro Lokal leeren.

An der Harbour Bridge kam die Sache langsam in Schwung, die ersten gaben schon nach Erreichen des deutschen Pubs auf (Franziskaner für sportliche 10 A$=6€ !), weil sie dort das vorerst beste Unterhaltungsprogramm bekamen: freiwillige Frauen und Herren tranken Bier um die Wette aus, der stolze Gewinner durfte seinen Sieg dann mit einer Plakette untermauern. Das Versenken von Nägeln in Baumstümpfen zählte weiterhin zum Programm. Mich störte nur, dass die Bedienung bei meiner urdeutschen Bestellung leicht aus dem Tritt kam: "Nen Weeßbier und ne Bretschel, bitte !". Auf Englisch klappte es dann doch noch. Seltsam.

Am Schluß kamen wir am Orient-Pub an. Der Name steht in keinerlei erkennbarem Zusammenhang zum Inventar. So sind die Aussies halt. Die Live-Band hatte vom Pub Crawl keine Ahnung und fragte naiv: "Anyone from overseas ?" Der ganze Pub bejahte inbrünstig und kannte erstaunlicherweise den Text von Men at Works "Down Under" auswendig, so dass es gleich richtig gut los ging. Knappe zwei Stunden lang spielte die Band sämtliche Mitgröl-Klassiker, wie "Summer of 69", bis sie schließlich geschafft aufgaben. Ich hatte noch soviel Energie, dass ich die ca. 5 Kilometer vom Stadtteil The Rocks nach Hause lief und mir das Geld für's Taxi sparte. Die klare Luft sorgte auch bei mir für mehr Durchblick. Danach rein ins Bett und losgeratzt.





I'm A Believer

Mittwoch, 18.Februar 2004 @ 15:12 Uhr
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Wie ich gestern schon schrieb, sind viele der Internationals eher Studienanfänger bzw. kennen den Aufbau eines westlichen Studiums nicht so ganz. Daher hätte ich mir mit meinen 9 Semestern den Vortrag zum Thema Studying in Australia eigentlich kneifen können und vielmehr den Strand unsicher machen sollen. Gerade bei den Temperaturen von weit über 30 Grad komme ich mir unheimlich blöd vor, da ich als einziger Europäer noch keinen Sonnenbrand habe. Entweder mache ich etwas grundlegend richtig oder falsch. Vermutlich letzteres.

Ich hatte noch nicht einmal richtig Hunger, da stand schon der nächste BBQ an. Er nannte sich Alumni Green Lunch, weil es ein Mittagessen auf dem Rasen namens Alumni Green im Innenhof des Unigeländes war. Alles kostenlos, wie gehabt.

Doch aus purer Angst, dass einer der internationalen Studenten verhungert, stellte die Uni am Abend noch eine Cocktail-Party auf dem Dach des Gebäudes 10 auf die Beine. Das Gebäude ist das neueste, gerade ein Jahr alt - und genau dort wird natürlich Information Technology gelehrt - jippie ! Man hat einen Wahnsinnsausblick auf die Skyline und kann auch sonst weite Teile der Stadt überschauen. Da muss sich das Hasso-Plattner-Institut architektonisch noch was einfallen lassen, sonst kommt kein Student freiwillig aus Sydney nach Potsdam . Seltsamerweise konnte ich keinen Cocktail entdecken, vielmehr verteilten sie Bier sämtlicher Brauereien, Wein und Snacks. Habe ich erwähnt, dass es kostenlos war ?





Up And Away

Dienstag, 17.Februar 2004 @ 23:59 Uhr
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Heute konnte man sich in das wirklich umfangreiche Ausflugsprogramm der UTS Union eintragen. Zum Selbstkostenpreis waren Surfkurse, eine Fahrt in die Blue Mountains und vieles mehr für die nächsten zwei Wochen im Angebot. Leicht verschlafen (ich konnte erstmal richtig schlafen - und gleich über 9 Stunden !) kam ich etwa eine Viertelstunde zu spät und da waren alle interessanten Trips leider bereits ausgebucht. Pech gehabt. Aber über's Semester verteilt bieten die UTS Union und viele der Studenten-Klubs ähnliche oder gar bessere Fahrten an. Auch wieder zum Selbstkostenpreis, d.h. in der Regel wird das Benzingeld auf alle Teilnehmer aufgeteilt. Erfreulich daran ist, dass hier ein Liter Benzin nur knapp die Hälfte von dem in Deutschland kostet.

Das Einschreibeprozedere ging weiter, diesmal wurden mir erneut meine Kurse bestätigt, ich durfte meine neue Adresse in Geegal (sprich: Dschiegill) angeben und vieles mehr. Langweilig aber notwendig. Der anschließende Campus-Rundgang war da schon spannender. Alle Gebäude liegen sehr dicht beieinander und innerhalb von 5 Minuten kommt man überall hin. Es sei denn, eine Fußgängerampel schaltet auf stur.

Mir fällt auf, dass nur ein Bruchteil der Ausländer als Austauschstudenten hier in Sydney weilen. Die meisten sogenannten Internationals dürfen die vollen Studiengebühren in Höhe von etwa 7000 A$ (ca. 4000€) pro Semester abdrücken und das trifft gerade die Asiaten. Unter den Ausländer gibt es auch eher wenig Postgraduates - ich vermute mal höchstens ein Viertel. Ich bin also eine wahre Minderheit.

James und Christopher, zwei Briten die auch an der UTS studieren, hatten zusammen mit Sally und Lisa (ebenfalls britisch, aber schon diplomiert) eine Rundfahrt durch Australien per Kleinbus unternommen. Dieses Gefährt tauften sie auf den Namen Sheila und es war das ausgefallenste Auto, das mir je unterkam: bemalt mit einem riesigen Babygesicht, ein paar Blumen und einem Kussmund auf dem Dach konnte man es echt nicht verfehlen. Sie nahmen Jessica, Lindsay und mich kurz vor Sonnenuntergang zum Bondi Beach mit. Von da aus fuhren wir südlich zum Bronte Beach und schließlich nach Coogee. Es war schon erstaunlich, wie viele Menschen sich umdrehten.

Zum Abend hatten die Mädels in meiner WG Nudeln gekocht und dachten an etwa sechs Personen. Aber es kam doch wieder das halbe Haus hoch in unsere WG und das Essen wurde verdammt knapp, Alk war ausreichend vorhanden . Mit viel Liebe bekam jeder was ab und ich durfte als DJ meine neuen Lautsprecher ausprobieren. Die kleinen Satelliten und der Subwoofer machen für nur 40 A$ (ca. 25€) echt Laune, den Kauf bereue ich wahrlich nicht. Allerdings schmissen mir alle irgendwann die Winamp-Playlist durcheinander und jeder wollte unbedingt noch diesen oder jenen Song abspielen. Diese egoistische Gesellschaft





Free Ya Mind

Montag, 16.Februar 2004 @ 23:44 Uhr
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Nach ein wenig organisatorischem Kram - unter anderem hatten die bei mir Vor- und Nachnamen vertauscht - konnte ich wieder ins Wohnheim gehen und endlich mal Ordnung in meinem Zimmer schaffen. An Schränken mangelt es mir nun wirklich nicht.

Und am Abend gab's wirklich das australischste alle australischen Dinge: einen Barbeque oder kurz BBQ. Im Deutschen ist das nichts anderes als ein Grillabend - allerdings ohne Steaks sondern nur mit Würstchen. Und Brot, Salat, Ketschup, und, und, und. Zwar kann man problemlos Steaks im Laden kaufen aber der grandiose Geschmack eines ordentlich durchgebrannten Steaks scheint hier in Down Under noch nicht so ganz angekommen zu sein. Immerhin war alles kostenlos - inklusive der Getränke ! So gefällt mir das Leben.





Man On A Mission

Montag, 16.Februar 2004 @ 14:51 Uhr
archiv

Die erste Nacht war eher durchwachsen: trotz offenem Fenster, offener Tür und leichtem Durchzug war es mir echt zu warm. Ich will den deutschen Winter zurück ! Da traf es sich ja noch gut, dass ich eh um 9 Uhr in der Uni sein musste, weil das International Students Orientation Program - kurz: ISOP - seine Auftaktveranstaltung hatte. Neben den üblichen langweiligen Ansprachen einiger wichtiger Personen führten drei Aborigines einen Tanz vor, der die Geburt des Urvogels symbolisierte. Dieses Tier ist sowas wie der Gott der Ureinwohner Australiens.

Und damit auch jedes ein wenig schmökern kann, versorgte die Uni uns kiloweise mit Broschüren, Heftchen und sonstigem Informationsmaterial. Das sogenannte Peer Networker Team, was aus Studenten der Uni besteht, kümmerte sich wirklich rührend um uns. Auf den Fotos sind sie leicht an den orangefarbenen T-Shirts zu erkennen. Mein Tandem-Partner Rafael war auch darunter und freute sich am Abend über seine heisere Stimme





G'day Mate !

Montag, 16.Februar 2004 @ 01:01 Uhr
archiv

Leider war niemand anwesend in der großen 6-Personen-WG. Und da alle meine Sachen noch im Hotel lagen, beschloß ich die Stadt zu Fuß zu durchqueren. Ich passierte den UTS-Tower, wo demnächst die meisten Vorlesungen stattfinden werden, nach knapp 10 Minuten. Das wird also mein täglicher Weg sein - etwas länger als in Potsdam aber dafür studiere ich ja nun immerhin am Broadway. Genauer gesagt im Haus Nummer 123. Leider nicht New York, aber man kann ja nicht alles haben.

Entlang der George Street stehen viele der großen Wolkenkratzer, die Berlin einfach mal lächerlich aussehen lassen. Bis die Höhe von Hong Kong erreicht ist, müssen auch in Sydney jedoch ein paar Jahre vergehen. Vom Design her gefällt mir Sydney aber besser. Und Größe war noch nie entscheidend.

Den Botanischen Garten im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassend kam ich nach ca. einer Stunde in meinem Hotel an. Der Laptop-Akku war aufgeladen und mir fiel auf, dass seit heute morgen ständig Datenverkehr durch die WLAN-Karte wanderte. War hier etwa in der Nähe ein Funknetzwerk ? Na lustig, dann kann ich ja gleich die ersten Bilder uploaden ! Bis das erledigt war, das Zimmer sich im Ursprungszustand befand und auch alles in die Taschen passte, stand die Sonne schon nicht mehr am Himmel.

Der gerufene Taxifahrer bestand darauf, dass ich mich auf den Beifahrersitz setze - das ist in der Tat so üblich hier. Und da er schon sein ganzes Leben in den Blue Mountains, einem bekannten Erholungsgebiet westlich von Sydney, wohnt, erzählte er von seinem Haus, zeigte mir Fotos, berichtete von seiner mißratenen Tochter und vermutete in mir einen Pianospieler. Habe ich in der Tat so zarte, lange Finger ? Wird wohl am Schach spielen liegen.

Und in die WG war in der Zwischenzeit Leben eingekehrt: Lindsay und Jessica, beide aus Kalifornien, sowie Patricia aus Mexiko werden bis Juli meine neuen Mitbewohnerinnen sein. Da wir die einzige WG mit Fernseher sind, saßen noch Unmengen Studentinnen und Studenten aus dem ganzen Haus in unserem Wohnzimmer. Sie kamen aus mir besser bekannten Ländern wie Frankreich, Österreich und Deutschland. Beide Couchs, der Sessel und alle Stühle wurden von ihnen belegt. Sie müssen mich sofort gemocht haben, denn schließlich versuchten sie, eiskaltes Victoria-Bitter-Bier in Unmengen in mich reinzukippen und boten mir den Sessel an. Ich stellte mich ohne weitere Fragen als williges Opfer zur Verfügung

Wegen der Schwüle war keiner bereit, sich in irgendeiner Art und Weise zu bewegen. So saßen wir bis nach Mitternacht zusammen und ich schaffte es gerade mal, meine Sachen bis in mein Zimmer zu schleppen. Gut's Nächtle.





On The Move

Sonntag, 15.Februar 2004 @ 18:20 Uhr
archiv

Um 16.00 Uhr begann eine Info-Veranstaltung für alle, die neu in die Wohnheime der UTS einziehen. Anscheinend nahmen bloß Ausländer daran teil und inmitten von Vietnamesen, Schotten, Amerikanern und Italienern fühlte ich mich nicht ganz als Außenseiter - schließlich sind alle hier in der gleichen Lage. Und so erzählte ein netter Mitarbeiter vom Housing-Team worauf man alles so zu achten hat. Zum Beispiel sollte man abends nie, wirklich nie, nie, nie !, nach Kings Cross gehen. Schon gar nicht am Wochenende. Gut dass ich das jetzt weiß.

Aber ansonsten ist Sydney eine sehr sichere Stadt und die Kriminalität ist auf gar keinen Fall höher als in einer deutschen Großstadt. Die Menschen sind alle sehr freundlich und aufgeschlossen. So fuhr man mich direkt nach dieser Veranstaltung zu meinem neuen Zimmer im Wohnheim namens Geegal. Das kommt aus der Sprache der Aborigines und bedeutet soviel wie Obdach. Meine neue Adresse dort steht in der linken Spalte auf dieser Webseite, direkt unter dem schönen Bild meiner Person. Schreibt mir doch mal !





Hail To The Thief

Sonntag, 15.Februar 2004 @ 11:06 Uhr
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So richtig wohl habe ich mich in Kings Cross aber nicht gefühlt. Gegenüber dem lokalen McDonalds standen sich knapp blutjunge 10 Nutten die Beine in den Bauch und auch sonst waren eine Menge schwere Jungs unterwegs. Aus diesem Grunde ging ich ganz schnell zu meinem Zimmer zurück und bemühte mich um eine Mütze Schlaf.

Das allerdings war nicht ganz so einfach, die Hitze war definitiv viel zu drückend. Und so schaute ich mir einen sehr seltsamen australischen Film im Fernsehen an. Dass die Leute hier einen Knall haben, das wußte ich selbstverständlich schon vorher, aber warum verzichten die hier bei Filmen gleich komplett auf eine Handlung ? Kurz vor Sonnenaufgang schlief ich doch noch ein und wachte erst gegen Mittag wieder auf. Nach der Nahrungsaufnahme schlich ich mich zu einem der hier äußerst zahlreichen Internet-Cafes, um meine Mails zu lesen. Die Wettervorhersage versprach kaum Änderung und Deutschland war immer noch ein demokratischer Staat. Na dann ist ja alles beim alten geblieben. Schön zu hören.







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