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Tagebucheinträge in der Woche
vom 26.September 2004 bis 02.Oktober 2004

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Overdue

Samstag, 02.Oktober 2004 @ 23:37 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: red centre

Genaugenommen war die Reise durch die Mitte Australiens abgeschlossen. Nur ein kleines Detail blieb jetzt übrig: wie kommt man zur Zivilisation zurück ? Der eine oder andere hat bereits von Alice Springs gehört, der bekanntesten Station der Flying Doctors. Zu den Ärzten wollten wir nicht, Christian und ich sind knallharte Kerle die nichts umhaut, aber Fliegen ist schon ganz schön.

Um die sechs Stunden im Kleinbus führten auch meinem werten Herrn Bruder vor Augen, dass Australien ein wahrlich großes Land ist. Auf der Karte bewegten wir uns in den sechs Stunden nämlich so gut wie gar nicht vorwärts.

Dabei war höchste Geschwindigkeit angebracht, weil einen sonst die Fliegen einholen. Also die waren in der Tat extrem penetrant; wir mussten beim Mittagessen im Bus bleiben, weil wir sonst den Heldentod gestorben wären. So etwas habe ich meinen Lebtag noch nicht erlebt.

Ein ganz anderes Erlebnis mit Tieren bereitete uns der singende Dingo. In Begleitung eines Klaviers gab er die wundervollsten Töne von sich. Das ist gelogen - es war ein Gejaule, das zwar selbst das härteste Herz erweichte aber streng gesehen rein gar nichts mit Musik zu tun hatte. Trotzdem war das Tier weltweit im Fernsehen und gar in der deutschen Presse - fragt mich aber bitte nicht in welchem Blatt.

Nach einem kurzen holprigen Abstecher ins Rainbow Valley (wo es nichts zu sehen gab), kamen wir gegen Abend in Alice Springs an. Die Stadt hat einen hohen Anteil an Aborigines, die überwiegend nicht positiv auffielen. Das war zumindestens mein rein subjektiver Eindruck.

Hier in Alice Springs trennte sich auch unsere Reisetruppe und aus diesem Anlaß gingen wir alle noch einmal gemeinsam in einem Pub Abendbrot essen. Standesgemäß aßen die beiden Brummes Känguruhsteak; viel schöner fand ich die Appetitanreger: Erdnüsse bis zum Umfallen. Die wurden gleich in einem riesigen 50-Liter-Faß bereitgestellt, allerdings mit Schale. Die Schale selbst schmeißt hier jeder hinter sich. Zu schwungvolles Entsorgen trifft schon mal einen anderen Gast, der hoffentlich nicht zu kräftig gebaut ist. Der Boden im Pub war, man denkt es sich bereits, gnadenlos mit Erdnußschalen übersät.

Der DJ beschallte übrigens nicht nur den Pub, sondern wird jeden Abend live im lokalen Radio übertragen und ist mittlerweile per Internet weltweit zu hören.


2 Kommentare

Dat Steak vom Kängeruh
schrieb [Bruder Christian] am 04.11.2004 um 15:33 Uhr
Wir sollten an dieser Stelle nicht unterschlagen, dass Känguruh einfach fantastisch schmeckt. Es ist sehr würzig und zart (viel besser als Rind oder Schwein). Ich hab mir sagen lassen, dass es in etwa wie Pferd schmeckt.
Nice place, mate
schrieb [Andrew] am 03.02.2005 um 14:00 Uhr
Hey stefan, von mir existiert genau das gleiche bild. auf dieser strasse beim roadhouse richtung uluru bin ich gesessen. am genau gleichen ort....see you down under




Deep Water

Freitag, 01.Oktober 2004 @ 22:19 Uhr
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mehr ? na hier: Bilder: red centre

Zwei Tagebucheinträge heute schon geschrieben und der Tag hat noch nicht mal richtig begonnen ... um die Balance wiederherzustellen, folgte eine fünfstündige Autofahrt zum Kings Canyon. Wie nicht anders zu erwarten, ging es im Wesentlichen nur geradeaus. So fiel der gesamte Bus in einen Döse- und Dämmerzustand. Hoffentlich nicht auch die Reiseführerin, die ja unsere Busfahrerin war !

Die Anzahl Fliegen pro Kubikmeter näherte sich langsam dreistelligen Werten. Es ist wirklich unangenehm ständig den australischen Buschgruß zu machen, um die Biester vom Gesicht zu verscheuchen.

Insgeheim hatte ich mir den Kings Canyon ein Stückchen größer vorgestellt, weil mir stets der amerikanische Grand Canyon durch den Kopf ging. Der Unterschied zwischen dem Hochplateau und dem Tal betrug nicht mal 100 Meter und war in zwei, drei Minuten problemlos erledigt. Oben erklärte uns B.T. viele Pflanzen und hatte das dringende Bedürfnis, entweder Christian oder mich in ein anschauliches Beispiel zu verwickeln. Leider blieben nicht alle überlebenswichtigen Dinge bei mir im Gedächtnis haften: welcher Strauch hatte nochmal die verhütende Wirkung ?

Nach zwei Dritteln der Strecke durch den Kings Canyon fanden wir ein kleines Wasserloch, das geschützt inmitten von (roten !) Felsen zum Baden einlud. Mit gewagtem Sprung ging es hinein und endlich erfuhr ich das Gefühl einer Abkühlung nach inzwischen 35 Grad im Schatten.

Den obligatorischen Sonnenuntergang gab es natürlich auch zu sehen, doch - man ahnt es schon - es rufte nach einem Abend am Lagerfeuer wieder frühzeitig der Sandmann.





Touch Of My Hand

Freitag, 01.Oktober 2004 @ 09:53 Uhr
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mehr ? na hier: Bilder: red centre

Meist sind es die kleinen Dinge, die den Höhepunkt des Tages bilden. Mein klarer Favorit heute war ein Thorny Devil am Straßenrand, der mit seinem bizarren Äußeren wirklich wie ein kleiner hinterhältiger Teufel aussieht. Biologisch bewanderte schlagen sich beim lateinischen Namen Moloch horridus gleich vielwissend auf die Schultern, für alle anderen (wie mich) gehe ich in diesem Tagebucheintrag etwas tiefer ins Detail.

Thorny Devils sind eine nur in Australien vorkommende Spezies, die eigentlich vollkommen wehrlos sind. Damit sie nicht stets und ständig von größeren Tieren genüßlich verspeist werden, haben sie sich im Laufe der Evolution einen stacheligen Körper zugelegt, der etwa vergleichbar mit den Dornen einer Rose ist.

Christian traute sich als erster das süße Tier in die Hand zu nehmen. Mit der richtigen Haltetechnik tut auch nichts weh. Das überzeugte mich und ich ließ mich auch zu einem Foto hinreißen. Wahrscheinlich hat das alles dem Thorny Devil nicht ganz so gefallen, aber das ist eben der Preis den man zahlen muss, wenn man Wert auf ein exklusives Äußeres legt.





There Is No Other Way

Freitag, 01.Oktober 2004 @ 09:25 Uhr
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mehr ? na hier: Bilder: red centre

Ich habe mich immer darum bemüht den Ayers Rock so zu nennen wie es auch die Ureinwohner Australiens tun: nämlich Uluru. Aber der Originalname der nur ein halben Autostunde entfernten Felsformation The Olgas ist ein kleiner Zungenbrecher. Wer kann schon Kata Tjuta zehnmal hintereinander schnell aussprechen ohne ins stolpern zu kommen ?

Wenigstens macht der ursprüngliche Name mehr Sinn, denn er bedeutet "Viele Köpfe". Die Olgas (oder Kata Tjuta) sind wesentlich größer als ihr Gegenstück Uluru, bestehen aber nicht aus einem einzelnen zusammenhängenden Fels. Somit fehlt ein entscheidender Superlativ und - ich bin mal ganz ehrlich - der Bekanntheitsgrad der Olgas geht gegen Null; ich hatte vorher auch nicht viel über sie gehört.

Unser Tagesablauf folgte nun schon den zweiten Tag streng der Sonne: vor dem ersten Sonnenstrahl aufstehen und kurz nach dem letzten müde in den Swag fallen. Das Gebotene entschädigt für diese Qualen (ja, für einen Studenten sind das Qualen !). Vom primären Aussichtspunkt auf die Olgas waren nicht nur die Olgas zu sehen, sondern auch in der Ferne Uluru. Die Sonne ging fast direkt über Uluru auf, was mich zu gewagten Gegenlichtaufnahmen veranlaßte. Christian hingegen konzentrierte sich auf die Olgas. Leider konnte er sie wegen ihrer Größe nicht auf ein Bild quetschen. Zum Vergleich: die Umrundung Ulurus dauerte zwei Stunden, die Umrundung der Olgas ist fast ein Tagesmarsch.

Auf einer kurzen Wanderung inmitten der Olgas sprach unsere Reiseführerin B.T. einige Probleme der Aborigines an. Nicht nur der Alkohol hat fatale Auswirkungen, auch die Konfrontation zwei vollkommen verschiedener Ansichten über das soziale Zusammenleben von Gemeinschaften rüttelt an den Grundsäulen der Aborigineskultur, die sich nun mehr und mehr auflöst.





A Whiter Shade Of Pale

Donnerstag, 30.September 2004 @ 20:53 Uhr
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mehr ? na hier: Bilder: red centre

Das Schlafen in einem Swag hat den ungemeinen Nachteil, dass das Gesicht offen gen Himmel ist. Wie es sich für eine ordentlich aride Landschaft gehört, öffnete derselbe Himmel nachts seine Schleusen um jeweils zwei um ein Sauerstoffatom gepaarte Wasserstoffatome in unzähligen Mol der Gravitation freizugeben. Zu deutsch: es regnete.

Naja, nicht wirklich stark und es trocknete ziemlich schnell, dennoch waren wir froh im Schein des Vollmondes unter ein Dach flüchten zu können. Zeichen der Zivilisation sind überall und das ist auch gut so.

Noch vor den ersten Sonnenstrahlen hieß es aufstehen, ein paar Happen essen und auf zum Uluru ! Seinen legendären Ruf hat dieser riesige Felsbrocken durch seine rote Farbe erworben, die beim Sonnenaufgang und beim Sonnenuntergang in allen möglichen Schattierung erscheint.

Wir waren übrigens nicht die einzigen und schon gar nicht die ersten, die das Schauspiel des Sonnenaufgangs im Bild festhalten wollten. So an die 300 andere Touristen kamen auf die gleiche Idee.

Viele tragen sich mit der Absicht einer Besteigung von Uluru, übrigens auch Christian und ich. Da es jedoch eine geheiligte Stätte der Ureinwohner ist, gibt es überall Appelle an das gute Gewissen, man möchte doch von einer Besteigung absehen. In den wenigen Jahren seit der touristischen Erschließung Ulurus (es ging hier erst in den 70er Jahren richtig los) stürzte fast jedes Jahr ein Tourist ab und trat den Heimweg ohne Pulsschlag an. Geschäftstüchtige Menschen verkaufen also das T-Shirt "I climbed the Rock" genauso wie das T-Shirt "I didn't climb the Rock". Für uns stellte sich erst gar die Frage, denn aufgrund starken Windes am Gipfel (knapp über 300m hoch) war der Aufstieg komplett gesperrt. Rein statistisch ist er das sowieso jeden zweiten Tag. Eine Gruppe hielt sich nicht daran, wurde jedoch von Rangern erwischt und darf sich nun über eine Strafe von vermutlich 5000 A$ freuen. Pro Person selbstverständlich ! Ein teurer Spaß

B.T., so können Reiseführer wirklich mit Namen heißen, stellte dann übrigens klar, dass Uluru in Wahrheit gar nicht rot ist. Hmm, mein Auge schien mir etwas anderes zu sagen ... doch wie immer trügt der Schein ! Uluru ist in der Tat weißer Sandstein, der schlicht und ergreifend verrostet ist. So wie eigentlich ganz Australien - das rot stammt vom hohen Eisenanteil, der früher oder später rostet.

Die Aborigines hinterließen im Laufe der Jahrtausende unzählige Zeichnungen im Stein, die wir uns auf dem zweistündigen Rundweg anschauten. Wie schon im Kakadu-Nationalpark waren auch diese hier teilweise sehr abstrakt und nur mit gutem Willen zu verstehen.

Der ganze Tag am großen roten, ähm, weißen Stein war noch nicht vorbei: jeden Tag geht die Sonne nicht nur auf, sondern auch unter ! Für alle Langschläfer (also nicht uns) ist der Sonnenuntergang aus diesem Grunde viel interessanter und darum fanden sich bestimmt doppelt so viele Menschen wie heute morgen ein. Die Hotels aus Yulara bauten gar für ihre Gäste Tische mit Häppchen und Sektgläschen auf. Welche Dekadenz - wir hatten nur Flaschenbier.

Ich finde, in Australien ist die Dämmerung viel kürzer als in Deutschland. Das Farbenspiel des Uluru vollzog sich derart schnell, dass man wirklich im Sekundentakt eine neue Farbschattierung sehen konnte. Besonders anschaulich wird das auf den drei Bildern "Sonnenuntergang I" bis "Sonnenuntergang III" in der Gallerie, die innerhalb von nur zehn Minuten entstanden.





Place Of No Return

Mittwoch, 29.September 2004 @ 22:05 Uhr
archiv
mehr ? na hier: Bilder: red centre

Genug Sydney. Australien doch so viel mehr zu bieten ! Wie etwa Uluru, was den meisten unter der englischen Bezeichnung Ayers Rock wesentlich geläufiger sein sollte.

Der zweitgrößte Monolith der Welt, also das zweitgrößte zusammenhängende Felsstück, liegt fast genau im Herzen Australiens und ist ebenso wie das es umgebende Land rot, rot, rot. Wer jetzt fragt wo denn der größte Monolith der Erde ist, der bekommt von mir die kurze Antwort: na in (West-)Australien ! Wo auch sonst ? Und wer noch neugieriger ist, dem erzähle ich, dass Mount Augustus mir zu weit abseits der Straße lag, um dort bei meiner Westküstenreise einen Besuch abzustatten. Außerdem ist Mount Augustus nicht so schön rot.

Am Fuße von Uluru (wir erinnern uns: Ayers Rock) liegt die kleine Siedlung Yulara. Die einzige Aufgabe von Yulara ist die Versorgung und Beherbergung von über einer halben Million Besucher pro Jahr.

Nach starker Bewölkung in Sydney erwartete uns in Yulara schweißtreibender Sonnenschein. Die Sonne fiel schon fast unter den Horizont als uns unsere Reiseführerin abholte. Zusammen mit 14 wackeren Gesellen und Gesellinnen werden wir in den nächsten drei Tagen nicht nur Uluru, sondern auch die Olgas und den Kings Canyon besichtigen.

Mit dem Wayward Bus übernachtet man natürlich nicht in überteuerten Hotels, sondern murmelt sich in ein Swag ein, was quasi ein Schlafsack um einen Schlafsack ist. Damit schmiegt man sich an die steinharte Mutter Erde und ist auf gleicher Augenhöhe mit Ameisen, Käfern und sonstigen Krabbelviechern.

Für Angsthasen und paranoide Insektenhasser gab es noch Zelte, aber wer will denn jeden Tag sein Zelt aufwändig auf- und abbauen ? Das ist echten Männern eindeutig zuviel Arbeit

Wir Männer waren auch in der beschämenden Unterzahl und brachten es nicht mal auf ein Drittel Anteil. Vorteil dieser Situation war, dass bei der Essenszubereitung keine Verletzungen auftraten, das ganze gut schmeckte und es mehr als genug freiwillige Helfer gab.

Abends füllte Grillfleisch unsere Mägen und am offenen Feuer wurden seltsame Geschichten ausgegraben, insbesondere unsere Reiseführerin B.T. offenbarte eine bewegte Vergangenheit. Neben einer Kindheit auf einer Farm nahe Adelaide (inklusive derben Naturunfällen) grub sie unter anderem schon nach Opalen.





Open Your Eyes

Dienstag, 28.September 2004 @ 19:22 Uhr
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Christians Gastkommentar:

Nach 12 Stunden Schlaf war heute mein Körper endlich innerlich bereit Sydney zu erkunden. Zuerst ging es per pedes zum Darling Harbour. Dort angekommen steuerten wir sicheren Schrittes das Sydney Aquarium an. Von außen wirkt das Aquarium recht unscheinbar; innen wird einem jedoch die gesamte Unterwasserwelt Australiens in ihrer ganzen Vielfätigkeit und Farbenpracht präsentiert. Gleich im ersten Ausstellungsraum kann man das Schnabeltier beobachten, das ständig in Bewegung war und deshalb auf sämtlichen unserer Fotos nur unscharf zu erkennen ist.

Darauf folgten diverse Garnelen und Krebse (Stephan knurrte hier tatsächlich wieder der Magen) sowie Krokodile und Fische, die vorrangig an der Westküste beheimatet sind. Im ersten großen Pool tummelten sich mehrere Robben. Diese kann man auch durch einen Tunnel unter Wasser beobachten. Dabei ließen sich die Robben keineswegs durch einen zeitweise heftigen Besucherandrang von ihren Spielen und Vergnügungen abhalten.

Nach dem feucht-fröhlichen Spiel im ersten Pool ging es dann zweiten Pool schon wesentlich grimmiger zur Sache. Dort teilten sich verschiedene Haie und Mantas mit einigen Putzerfischen das Wasser. Während die Riffhaie und Mantas ständig ihre Runden drehten und eine Art Schaulaufen veranstalteten, lagen die Katzenhaie (bin mir der Art nicht sicher) nur auf der begehbaren Röhre träge herum.

Am Ende unseres Rundgangs entdeckten wir dann ein riesiges Aquarium, in dem das Great Barrier Reef mit den dort beheimateten Fischen nachgebildet war. Unter anderem lebt dort auch der Käpt'n Nemo, dieser weltweit bekannte rot-weiß gestreifte Clownfisch.

Nach dem Besuch des Aquariums stand eine Fahrt auf den Sydneyer Fernsehturm, dem Skytower, auf unserm Tagesprogramm. Dieser ist mit 309 Metern das höchste Gebäude Sydneys. Der Ausblick von dort oben ist überwältigend - unter einem breitet sich die Stadt mit ihrem riesigen Hafen bis zum Horizont aus. Stadt soweit das Auge blickt. Der Traum eines jeden Bauingenieurs ...





In My Own Time

Montag, 27.September 2004 @ 21:54 Uhr
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Zuerst muss ein Tourist, so tituliere ich mal meinen Bruder, in Sydney die ganzen unverkennbaren Aushängeschilder sehen: allen voran das Opera House und die Harbour Bridge. Praktischerweise liegen beide gleich nebeneinander, was einem lange Wege erspart und somit der Müdigkeit vorbeugt.

Diese Müdigkeit schleicht sich in jeden, der gerade die halbe Welt umrundet hat und gegen acht Stunden Zeitverschiebung kämpfen muss. Gemeinhin als Jetlag bekannt, haut diese hinterhältige Sache auch den stärksten Mann um. Da ist Christian keine Ausnahme.

Und so nickte er fröhlich inmitten all des Lärms direkt vorm Opera House ein. Aus Gründen des Anstands gibt es von diesem seelenruhigen Geschlummer keine Beweisbilder. Ich dagegen starrte verzweifelt über eine halbe Stunde lang Löcher in die Luft bis der Herr Bruder wieder seine Lebensgeister in sich spürte und dazu aufraffte, weiter an der Hafenpromenade entlang zu wandern.

Bis gestern schien die Sonne. Bis gestern ! Nun graut das Wetter - vor allem die Wolken. Nach einer großen Runde durch die gesamte Innenstadt Sydneys und der Rückkehr in mein Zimmer stand für mich wieder Selbstbeschäftigung auf dem Programm. Ich kann mich nicht wirklich erinnern, ob ich damals auch einen solchen Jetlag hatte, aber Christian schlief erneut über zwei Stunden.

So stand der Abend vor der Tür und vor lauter Dummheit durchkreuzten wir erneut die Innenstadt um genauso wie am Vormittag vor dem Opera House zu landen. Mir gefällt die Aussicht bei Dunkelheit auch viel besser, weil all die Lichter so bunt die Skyline erleuchten.

Fazit nach einem Tag im Brumme-Doppelpack: mehr als ein halbes Jahr ist vergangen, wo ich trotz Telefon und Email eigentlich doch irgendwie abgeschirmt von der Heimat, quasi informationslos, bin, tut jemand altvertrautes aus Fleisch und Blut richtig gut. Denn all die moderne Technik ist nicht in der Lage einen ernsthaft emotional zu berühren. Obwohl ich mein Handy unendlich doll gegen mein Ohr pressen kann, so weiß ich doch immer, dass derjenige am anderen Ende etliche tausend Kilometer weit weg ist. Wenn nicht mehr.





Devil Inside

Montag, 27.September 2004 @ 06:20 Uhr
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Christians Gastkommentar:

Auch die zweite Nacht im Flieger habe ich eher im Wachkoma überstanden. Die fünf Klein- und Kleinstkinder wechselten sich wie erwartet beim Schreien permanent ab. Zum Glück bot meine Fluggesellschaft Emirates ein sehr umfangreiches Unterhaltungsprogramm an: 30 aktuelle Filme, 20 Filmklassiker, 200 Musikalben und 30 Radioprogramme. Gegen 5:30 Uhr - und in Sichtweite von Sydney - genoss ich dann zu den Klängen von INXS meinen ersten australischen Sonnenaufgang (und es sollten noch einige folgen...)

In Sydney angekommen sind meine Taschen natürlich die ersten die vom Transportband kommen. Bestimmt ein gutes Omen ! Dann noch schnell beim Zoll vorbeigeschaut, der doch wieder all meine Taschen durchwühlte, und dem Flughafenausgang entgegengeeilt.

Und da stand er dann - nicht 120 kg schwer und nicht 2,15 m groß. Mein Bruder sah aus wie immer. Braungebrannt, mit einem Fanschal eines ortsansässigen Rugbyclubs um den Hals - und strahlte über das ganze Gesicht.

Endlich begann mein Australienurlaub !





Do You Have A Little Time

Montag, 27.September 2004 @ 06:04 Uhr
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Eins, zwei, drei. Ich kann sogar bis vier zählen. Das ist jedoch nicht notwendig, denn ich habe schließlich nur in den nächsten drei Wochen kein Internet. Genau das wird für mich fast das Schönste an Ayers Rock, Fraser Island und vielen anderen Plätzen abseits der Zivilisation sein. Und falls mir eventuell doch langweilig wird, dann texte ich kurzerhand meinen Bruder zu, dessen Flugzeug in wenigen Minuten australischen Boden berührt.

Hausaufgabe für alle: Horcht einmal auf das Schweigen im Walde !


1 Kommentar

schnarch...
schrieb [Kirsti] am 21.10.2004 um 12:40 Uhr
hab jetzt genug dem Schweigen gelauscht, wann geht dat denn hier endlich weiter




Walk The Sky

Sonntag, 26.September 2004 @ 21:08 Uhr
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Christians Gastkommentar:

Inzwischen sitze ich im Flieger von Dubai nach Sydney. Ringsum schreien etwa fünf Klein- und Kleinstkinder. Eines davon hockt inzwischen dauernd auf dem Schoß meines Sitzplatznachbarn aus Jordanien. Wenn er nicht babysittet, dann hilft er sich alle noch an Bord verfügbaren Alkoholika ein oder kauft wie wild zollfreie Waren. Alternativ erzählt er mir pausenlos von einer Lotterie, an der anscheinend bei einem Zwischenstopp im Flughafen von Dubai teilgenommen hat. Dabei konnte man mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1000 einen nagelneuen Porsche gewinnen - wenn man umgerechnet 100 Euro einsetzt.

Für mich dagegen waren schon von Berufs wegen am Dubaier Flughafen die vielen Baustellen am interessantesten. Wie ich später erfahren habe ist jedoch in Dubai lediglich der Freitag der einzig freie Wochentag. Mir dagegen stehen drei arbeitsfreie Wochen bevor.

Aber was würde mich in Australien erwarten ? Leben da inzwischen alle Menschen in der Dream-Time ? Stephans Berichte deuten ja ein solches Zauberland an. Oder ist dort überall nur Wüste, sp wie wir es von Mad Max kennen ? Wiegt Stephan jetzt 120 kg oder ist er auf eine Größe von 2,15 m weitergewachsen ?





Kiss My Butt

Sonntag, 26.September 2004 @ 20:49 Uhr
archiv

Eine ungemein ästhetische Sportart, der in Deutschland viel mehr Beachtung geschenkt werden sollte, ist das in Australien überaus populäre Rugby. Zwar gewinnt Aussie Rules Football immer mehr Fans und könnte mittlerweile fast die Nr.-1-Sportart hier unten sein, mein Herz schlägt trotzdem für das von allen Regeln befreite Rugby.

Hier dürfen sich ausgewachsene Männer noch nach allen Regeln der Kunst verprügeln, ihre 100kg Körpermasse schwungvoll in die Arme des Gegners schmeißen und auch ansonsten je Menge menschliche Nähe suchen. Im Gegensatz zu den in Sydney nicht übersehbaren Schwulen werden die Aktionen der Rugbyspieler von zigtausenden Fans laut bejubelt und als klar maskulinste aller Umgangsformen gefeiert.

Leider neigt sich die Saison 2004 dem Ende zu. Da muss ich die Chance ergreifen und mir das heutige Playoff-Halbfinale ansehen, zumal mit den Sydney Roosters ein großer Titelfavorit spielt. Die Underdogs aus Queensland, sie schimpfen sich Cowboys, sind eher Formsache auf dem Weg ins Finale.

Das sahen die Cowboys selbst allerdings nicht so. Sie wehrten sich unerwartet stark und hielten richtig gut dagegen. Rein subjektiv hatten sie in der ersten Schlägerei nach nur fünf Minuten Spielzeit die besseren Aktionen. Aber wir wollen ja fair sein: in der Zeitlupe wurde auf der großen Videowand gezeigt, wie unsportlich die Cowboys zu Werke gingen. Sie sollten Profiboxer werden, sie zeigen echtes Potenzial in der Richtung.

Mit noch zwei Minuten auf der Uhr, also in der 79.Minute, stand es ausgeglichen 16 zu 16. Dann legten die Roosters noch eine Schippe drauf und zur Freude aller Sydneysider gingen sie mit 19 zu 16 als verdienter Sieger aus dem Spiel hervor. Nächste Woche steht das Finale im gleichen Stadion an. Ich sollte besser meinen neuen Roosters-Schal als Glücksbringer umbinden.







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