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Tagebucheinträge in der Woche
vom 18.Juli 2004 bis 24.Juli 2004

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Till We Run Out Of Road

Samstag, 24.Juli 2004 @ 20:15 Uhr
archiv

Gestern schaute ich noch schnell bei Avis vorbei und reservierte für heute einen Mietwagen. Leider machte Avis einen kleinen Buchungsfehler und konnte mir keinen Kleinwagen zur Verfügung stellen. Als Ausgleich bekam ich zum gleichen Preis einen Mitsubishi Lancer mit weit über 100 PS.

Der Yanchep National Park im Norden Perths ist nach einer Stunde Autofahrt bequem zu erreichen und glänzt besonders durch seine Tropfsteinhöhlen. Die größte Höhle, die Crystal Cave, liegt nur wenige Meter unter der Erdoberfläche. Bei ihrer Entdeckung vor hundert Jahren tropfte sie noch fleißig, der inzwischen rapide abgesunkene Grundwasserspiegel trocknet die Höhle nun aus. Sie ist heute quasi tot und die Stalagtiten bzw. Stalagmiten (was war nochmal was ?) verharren in ihrer Form und Größe. Ihre Substanz ist ziemlich interessant, da die meisten wie Wachs sind: gelblich, leicht durchscheinend und mit einer glatten Oberfläche.

Draußen futterte ich an einem kleinen See meine Bananen und konnte endlich die Begründung für den Namen Swan River finden. Ein schwarzer Schwan - nur in Australien zu Hause - begutachtete mich, ich begutachtete ihn und schlußendlich gingen wir unserer Wege.

Im Mai beschwerte ich mich über die 110 km/h erlaubter Höchstgeschwindigkeit auf der Fahrt nach Canberra. Hier in Perth waren selbst auf gut ausgebauten vierspurigen Highways nicht mehr als lächerliche 90 erlaubt. Der Kleinwagen hätte wirklich genügt.

Im Swan Valley fand ich das große Weinanbaugebiet Perths. Im Gegensatz zu Rhein/Main/Mosel wachsen die Reben hier nicht an Berghängen sondern ebenerdig und lassen daher ein wenig Imposanz vermissen. Nach einem wundervollen Vormittag zogen sich die Wolken nun schlagartig zu und vermiesten mir den Rest des Tages.





All Along The Watchtower

Freitag, 23.Juli 2004 @ 20:41 Uhr
archiv

In Westaustralien, welches achtmal größer als Deutschland ist, findet man nur ganze zwei Million Menschen. Drei Viertel davon leben in Perth. Und so verweisen die Einheimischen mit Stolz darauf, in der isoliertesten Metropole der Welt zu leben. Angeber.

Es gibt noch eine viel interessantere Statistik: in Perth leben die meisten Millionäre pro Einwohner (auf Australien bezogen). Die Leute haben ihr Geld mit Viehzucht, Handel, Medien und Bergbau verdient. Letzteres fördert große Mengen Gold zutage, wovon ich mich im Perth Mint überzeugen konnte. Soviel Gold stellen nicht einmal Museen aus, von der Münz- und Schmuckvielfalt ganz zu schweigen. Als armer Student (schnief) begnügte ich mich damit tief Luft zu holen und stillschweigend zu hoffen, dass sich darin etwas Goldstaub befindet.

Perth liegt nicht direkt am Indischen Ozean sondern knappe 20 km entfernt davon. Wasser gibt es trotzdem ausreichend, weil sich der Swan River breit und ausladend durch die Stadt zieht. Sämtliche Banken residieren in Wolkenkratzern entlang des Ufers - von ganz oben kann man vielleicht ja doch den Ozean sehen.

Eines der neuesten Gebäude beherbergt die Swan Bells. Diese über 600 Jahre alten Glocken läuteten bei der Krönung englischer Könige (sowie Königinnen) und übrigens auch bei der Rückkehr James Cooks, nachdem er Australien für England entdeckt hatte. Naja, nach den Holländern eben.

Die Glocken wurden erst vor wenigen Jahren nach Perth gebracht, weil sie mit ihrem Gewicht nach und nach die Statik ihrer alten Unterkunft zerstört hatten. Im nagelneuen Swan Bells Tower in Perth kann man direkt zusehen, wie fleißige Menschen den Glocken eifrig Melodien entlocken. Ein paar neue, zusätzliche Glocken sorgten dafür, dass in der letzten Woche und auch heute fünf Stunden täglich ununterbrochen das Glockenspiel in Betrieb ist. Ich glaube, dass die Läutenden schwere Arme und einen Gehörschaden bekommen. Oder einfach nur geläutert werden.





You Will Never Walk Alone

Donnerstag, 22.Juli 2004 @ 22:54 Uhr
archiv

Immer die gleiche Routine: frühs aufstehen, Sachen packen, etwas Essbares hinter die Kiemen schieben und dann warten, warten, warten. Eigentlich hätte ich darin gut geübt sein sollen, doch heute kam ich echt nicht aus'm Knick.

Als ich endlich abmarschfertig zu den Pinnacles loswollte, blickte ich die Busfahrerin leicht verwirrt an: wie jetzt, bin ich der einzige ?! Und in der Tat: ich wurde ganz allein durch die Gegend gefahren. Ist doch mal was anderes.

Die Pinnacles sind das Ergebnis einer Verkettung von geologischen, biologischen und chemischen Vorgängen: eine einstmals wasserundurchlässige Schicht wurde von Sediment überdeckt, welches genug Nährboden für Bäume gab. Die Wurzeln dieser Bäume bohrten sich nach und nach durch diese wasserundurchlässige Schicht und nahmen viele Mineralien auf. Irgendwann starben die Bäume ab und ließen nur ihre versteinerten Wurzeln zurück. Erosion räumte das Sediment wieder beiseite und was man heute als Pinnacles sieht, das sind quasi nur versteinerte Wurzeln.

Mit viel Phantasie entdeckt man eine abstruse Vielzahl an Personen, Tieren und Gegenständen. Manchmal kann man gar mehrere Subjekte in einem Stein wiedererkennen - je nach Blickwinkel. Am besten eignen sich die Morgensonne und die Abendsonne, weil dann die langen Schatten das Schauspiel noch eine weitere Ebene emporheben.

Damit wäre die Westküste geschafft. Ähm, ja, Perth steht noch aus. Ein Katzensprung ! Und genau deshalb durfte ich nochmal zwei Stunden Verspätung des Greyhound Buses auf mich bürden. Interessanterweise konnte ich beim Warten auf den Bus die Begründung bereits in der aktuellen Tageszeitung lesen: in Coral Bay, unweit von Exmouth (wo ich noch vor ein paar Tagen tauchen war), stand nach sintflutartigen Niederschlägen alles unter Wasser und die Straßen waren nur schwer passierbar. Der Bus fuhr dort vor über 24 Stunden ab und das reichte aus, um in der Zeitung ein Foto nebst Bericht zu platzieren.

Bei der Ankunft in Perth folgte die ernüchternde Mitteilung, dass nach 20 Uhr keine Gäste mehr vom Busbahnhof abgeholt werden, sondern selbst zu Fuß oder per Taxi zur Jugendherberge müssen. Wäre mein Bus pünktlich gewesen, dann wäre alles schön bequem über die Bühne gegangen, aber so wurde mein Stolz angekratzt und ich marschierte vollbeladen über eine halbe Stunde bis zum Billabong Garden, wo ich bis zu meinem Abflug weilen werde.





A Word In Spanish

Mittwoch, 21.Juli 2004 @ 22:29 Uhr
archiv

Si, si - das ist mein gesamter spanischer Wortschatz. Für alles andere gibt es ja den polyglotten Babelfish.

Von Geraldton aus ging es auf meine vorletzte Etappe, die mich nach Cervantes führte. Aus meinem Deutschunterricht kam mir dieser Name bekannt vor und etwas Grübeln brachte mich darauf, dass ein gewisser Cervantes aus Spanien das Buch Don Quixote verfasste.

Die Einwohner dieses kleinen und jungen Ortes überlegten sich vor einigen Jahren, wie sie geschickterweise ihre Straßen benennen sollten. Solche langweiligen Bezeichnungen wie First Street wurden verworfen und auch andere typisch australische Namen schienen nicht passend genug. Bis jemand die umwerfende Idee hervorbrachte, die Straßennamen dem Spanischen zu entnehmen. Von Personennamen (wie Picasso) über Städtenamen (wie Valencia) ist alles dabei.

Genaugenommen bin ich nicht wegen der Straßennamen nach Cervantes gekommen. Vielmehr trieb mich der Wunsch nach einem Besuch der Pinnacles hierher. Ohne eigenes Auto muss ich aber auf eine organisierte Tour warten und die findet erst morgen statt.

Solange stöberte ich meinen Reiseführer durch und stieß dabei auf den Lake Thetis, der keine 20 Minuten Fußweg außerhalb Cervantes liegt. Man kann den Lake Thetis in gut zwei Minuten umrunden und wenn man sprintet, dann sind auch mal 30 Sekunden drin. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass hier eine weitere der äußerst seltenen Stromatoliten-Kolonien zu Hause ist. Während in Shark Bay die Stromatoliten aktiver sind und eine ungleich größere Vielfalt an Formen hervorbringen, sollen die Stromatoliten im Lake Thetis wesentlich mehr den Ur-Stromatoliten ähneln.

Am Abend wurde ich von einem britischen Zimmernachbar gefragt, ob ich Schach spiele. Meine Antwort "naja, ein bißchen" artete dann in zwei Spielen aus, die ich sehr zum Mißfallen meines Gegners ziemlich deutlich gewann. Hätte ich ihm die Wahrheit sagen sollen ?


1 Kommentar

Holá amigo
schrieb [Kirsti] am 27.08.2004 um 18:16 Uhr
Jetzt musst du also schon bis nach Australien fahren damit du endlich mal wieder ein Schachspiel gewinnst...




Electrical Storm

Dienstag, 20.Juli 2004 @ 21:36 Uhr
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In der Nacht ging es los und zog sich bis in den Nachmittag hinein: ein Tag voll miesen Wetters: regnerüsch und windüsch. Geraldton bekommt von vielen den Beinamen Sunshine City, weil im Großen und Ganzen die Sonne jeden Tag unnachlässig scheint und sich nie, nie, nie hinter bösen Wolken versteckt. Die Ausnahme bestätigt nun mal die Regel und deshalb verschanzte ich mich in der Bibliothek - denn da gab es kostenlosen Internetzugang.

Die Australier sind in den letzten Jahren im Radfahren richtig gut geworden, doch mit der Berichterstattung von der Tour de France hapert es noch etwas. In der Zeitung kann ich stets fundierte Kommentare über den Durchmarsch von Lance Armstrong nachlesen und über die Ozzies Robbie McEwen, Stuart O'Grady etc. wird auch genug geschrieben. Nur die Vertreter meines Vaterlandes verschwinden zwischen den Zeilen. Per Internet verstand ich heute auch wieso - obwohl Andreas Klöden die Rundfahrt seines Lebens dreht.

Geraldton kann gar etwas Geschichte und Kultur vorweisen, was mich vor dem Langeweiletod retteten. Eine fast 100 Jahre Kathedrale massivster Bauart hatte erstaunlicherweise richtig schöne Glasmalereien und übertrumpfte damit in meinen Augen die Fotoausstellung in der Art Gallery.

Ein gar nicht mal so kleines Museum bohrte ein wenig in der Geschichte rum und förderte dabei zu Tage, dass die Briten gar nicht die ersten Europäer in Australien waren. Die Holländer, bekanntermaßen eine Fußballnation ohnesgleichen, kamen fast 200 Jahre vor den Briten an die Westküste. Zu ihrem Unglück scheiterten sie regelmäßig an den etwas harscheren Umweltbedingungen und setzten zudem ihre Schiffe mit großer Genauigkeit auf die unter Wasser versteckten Riffe. Somit konnten sie keine Besiedlung Australiens zustande bekommen, was dann später den Briten vergönnt war.

Als Beleg stand ein nach holländischen Originalplänen gebautes Schiff (hieß Deyfken - oder so ähnlich) im Hafen, das, man höre und staune, vor ein paar Jahren aus eigener Kraft von Australien nach Holland und zurück gesegelt ist.





Big In Japan

Montag, 19.Juli 2004 @ 18:10 Uhr
archiv

Die telefonische Buchung eines Sitzplatzes im Greyhound-Bus klappte bislang immer recht problemlos. Gestern verwirrte mich eine Diskrepanz zwischen meinem ausgedruckten Fahrplan und der am Hörer erteilten Auskunft: mir wurde ausführlich erklärt, ich müsse den Bus um kurz vor Mitternacht nehmen, der andere Bus am Vormittag fuhre seit einer Fahrplanumstellung wohl nicht mehr.

Alle von mir befragten Reisenden beharrten darauf, dass der Vormittagsbus selbstverständlich fährt. Die telefonische Buchung schlug trotzdem fehl und in meiner Not wandte ich mich an die Jugendherberge. Die Frau von der Rezeption kannte persönlich die Busfahrerin und machte ruck-zuck alles klar für mich.

Gegen Mittag kam ich dann in meiner nächsten Reisestation, in Geraldton, an. Diese Stadt ist die größte zwischen Darwin und Perth und somit quasi ein Highlight meiner Reise. Auf der anderen Seite fällt den meisten nicht viel ein zu Geraldton, diese Stadt zeichnet wohl einzig und allein die Einwohnerzahl von 22.000 aus. Ja, selbst in einem der kleineren Stadtteile Sydneys leben mehr Menschen !

Immerhin gibt es montags beim hiesigen Italiener die Pasta zum halben Preis, was meinen Gaumen erfreute. Beim gewohnt geschickten Umgang mit Besteck erschuf ich gleich noch ein nettes Muster auf meinem Pullover.

Je mehr ich mich Perth nähere, also nach Süden fahre, desto mehr pendelt sich die Tageshöchsttemperatur bei Werten unter 20 Grad ein. In der Sonne ist es ausreichend warm, doch der Wind stört ein wenig.

Sehr gut fand ich das örtliche Einkaufszentrum, in dem gleich drei Foto-Geschäfte gegenseitig die Preise drückten und mir eine passende Gelegenheit boten, meine Digitalbilder auf eine CD zu brennen und die Unterwasserfotos vom Ningaloo Reef zu entwickeln. Sie schafften es haarscharf die Abzüge in der kurzen Zeit fertigzustellen, in der der Friseur meine Haare schärfte. Endlich wieder Mensch.





Walking Higher

Sonntag, 18.Juli 2004 @ 21:47 Uhr
archiv

Ich hätte gestern mal die Kilometer zählen sollen, es kam glaub ich ganz schön was zusammen. Sagen jedenfalls meine Beine. Dieser eine Grund ist mehr als genug für einen vollen Tag Auszeit. Bei ordentlichem Sonnenschein erstand der Stephan die große dicke Sonntagszeitung und ging zum Strand. Der stete Wind senkte nicht nur die gefühlte Temperatur, nein, er machte auch das Lesen der Zeitung unmöglich. Aber wofür gibt es geschützte Dünen ?

Lesend hielt ich es nichtmal bis zum Mittag durch: denn ich schlief ein. Kein Ahnung wie lange ich meine Augeninneninventur durchzog ... hmm, die war gut, die habe ich gebraucht. Und so war ich mit 110%er Konzentration dabei, als ich wenig später noch wichtige Insidertipps für angehende Taucher am Handy verriet. Stimmt's, großer Bruder ?!

Der Anblick der waghalsigen Wellenreiter trieb mir immer wieder den Angstschweiß auf die Stirn. Schaut einfach mal auf dem Foto nebenan genau hin: wie hoch ist die Welle und wie groß ist der Surfer ? Genau. Und das alles nur zwanzig Meter von einem brandgefährlichen Riff entfernt.

Abends war die Jugendherberge ungemein leer: man merkte deutlich, dass morgen in Westaustralien vielerorts die Winterferien zu Ende gehen. Der damit sprunghaft ansteigende Altersdurchschnitt entschied sich für das Nostalgieprogramm und schaute Men in Black im Fernsehen.







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